Kommentare zu: Das Ende der anonymen E-Mail https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/ Innenansichten Sun, 13 Mar 2011 01:48:50 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Von: baal-re-mesh https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17696 Sun, 13 Mar 2011 01:48:50 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17696 Schon mal was von DOTA gehört?

Hier gibt es ein leines Programm, was mit DOTA arbeitet: http://www.inhaltsanalyse.de/inhalt/coan.html

Hier noch ein kleines Lexikon: http://www.inhaltsanalyse.de/inhalt/lexikon.html

Ich muss sagen, Textanalyse geht ganz gut, aber mit PING(en) kann auch sehr viel erfahren werden. Beispielsweise die Entscheidungsstruktur oder die Grösse einer anonym schreibenden „Gruppe“. Mit DOTA lässt sich jedoch wunderbar die Dogmatismusintensität von schreibenden Personen feststellen.

Ein kleinen Text aus der Praxis gibt es noch von mir: http://de.indymedia.org/2010/12/297176.shtml

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Von: mathe https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17671 Sat, 12 Mar 2011 15:04:46 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17671 @Michael Butscher
Das ist der springende Punkt, aber eigentlich andersherum betrachtet: Solange kein Zugang zu solch einem System besteht, kann nicht seriös beantwortet werden, wie es überlistet werden kann.

Und wie sollte ein beliebige_r Schreiber_in einer E-Mail einen Text mit einer Software überprüfen können, die in einer konkreten Implementation möglicherweise exklusiv Sicherheitsbehörden zur Verfügung steht?

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Von: Michael Butscher https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17670 Sat, 12 Mar 2011 14:26:05 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17670 Das Programm wird spätestens in dem Moment sinnlos, in dem es für den Schreiber zugänglich wird (und das wird wahrscheinlich passieren). Der braucht es dann nämlich nur noch mit Texten einer Person zu füttern, die er imitieren möchte, sowie seinen eigenen und dann seinen Droh- oder Sonstwas-Brief so lange zu bearbeiten, bis sich das Programm sicher ist, daß er von der anderen Person geschrieben wurde.

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Von: mathe https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17666 Sat, 12 Mar 2011 12:21:17 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17666 @Marco
Kopierte Teile eines Textes dürften sich mit schon vorhandener Software zur Plagiats-Erkennung wohl recht einfach herausfiltern lassen, wenn die Originale denn vorliegen.

Auch wenn kopierte Originaltexte nicht vorliegen, ließen sich, zumindest bei etwas längeren Texten, auch Abschnitte eines Textes untereinander auf Autorschaft vergleichen.

In entsprechenden Verfahren steckt eine Menge Know-How aus den Bereichen Mathematik, Informatik und Physik, das deutlich über ein Zählen der Verwendung eines Wortes wie „Gentrification“ hinausgeht.

Bayes wurde weiter oben schon genannt, weitere Stichwörter sind z.B. künstliche neuronale Netze oder Entropiekodierung.

Deshalb gilt z.B. das Argument, dienstlich ganz anders zu schreiben als privat, auch nicht zwingend, wenn sich ggf. übergeordnete Muster feststellen lassen, die vielleicht intuitiv für den Menschen gar nicht fassbar sind.

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Von: Marco https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17664 Sat, 12 Mar 2011 11:27:11 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17664 Gerichtsfest möchte ich doch bezweifeln, dem widerspricht schon die behauptete Sicherheit von 80-90 Prozent. Aber auch die Systematik der ganzen Studie die kann man anzweifeln. Der Duktus meiner dienstlichen Emails ist bestimmt sehr einheitlich, Private sehen deutlich anders aus. Bei anonymen Schreiben wird man aber anders ganz an den Text herangehen, und gerade bei argumentativen Teilen auf die Methode Guttenberg zurückgreifen. Kann für Abschreibopfer dann richtig blöd sein (z.B. Verwendung „Gentrification“).

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Von: Nils https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17651 Sat, 12 Mar 2011 01:13:18 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17651 Das, was die machen ist überhaupt nicht neu, sondern simples Text Mining.
Das BKA hat das in dem uns allen bekannten Verfahren auf die simpelste Art und Weise gemacht und sind damit ja auch ziemlich auf die Schnauze gefallen. Für sie hieß linguistische Analyse ja nicht viel mehr als Keywörter zu vergleichen.
Wenn man jetzt jemanden fragen würde, der sich damit auskennt, dann käme folgendes raus:
Er würde automatisiert aus Texten einzelne Parameter extrahieren. Z.B. die durchschnittliche Länge von Sätzen, werden eher Komma statt Punkte gesetzt, typische Rechtschreibfehler, verwendete Wörter und (aussagekräftiger) verwendete Phrasen… Es ergeben sich hunderte Parameter, anhand deren man Texte vergleichen kann. Jede Übereinstimmung in einem Parameter erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Texte vom selben Autor stammen. Wenn man 100 Parameter auf einmal prüft, viele davon, die dem Autor auch gar nicht als spezifisches Charakteristikum klar sind, dann lassen sich Aussagen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit treffen. Texte, die eine Din A4 Seite lang sind werden sich mit weit über 90 % Wahrscheinlichkeit einem Autor zuordnen. Man kann auf diese Weise z.B. feststellen, welche mg-Schreiben wahrscheinlich vom selben Autor sind. Wenn man jetzt noch Vergleichstexte von dem Autor aus anderen Kontexten hat, dann kann man sie auch einer bestimmten Person zuordnen.
Diese Technik ist schon unheimlich mächtig, z.B. um Bekennerschreiben zuzuordnen. Z.B. könnte man für die RZ-Bekennerschreiben, die ja alle ausführlichere Texte waren, sehr exakt die Anzahl verschiedener Autoren und welches Schreiben vom selben Autor geschrieben wurde, ermitteln. Probleme stellen sich für eine solche Software dort, wo Texte von mehreren Autoren verfasst wurden.

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Von: linguist https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17641 Fri, 11 Mar 2011 18:08:31 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17641 Noch ist das alles nicht so weit, aus der Conclusion:

„Furthered, human behavior changes from context to
context and from person to person. The need is to develop
methods for capturing style variations for better authorship
results. Addressing language multiplicity is another research
direction. The research of stylometric forensics is still in its
infancy stage. There is still a long way to develop a compre-
hensive, reliable authorship analysis approach before it can be
widely accepted in courts of law.“

Wenn ich die Idee richtig verstehe, geht’s bei der Technik hier vor allem darum, aus einem Set von Emails diejenigen zusammenzusuchen, die wahrscheinlich je von derselben Person geschrieben wurden. Das dann einer Person zuzuordnen ist dann aber sicher noch ein zusätzlich nötiger Schritt (den aber andere Programme mit genügender Vergleichsdatenbasis womöglich übernehmen könnten).
Dass sich da in Zukunft einiges tun wird, ist klar; dass das noch nicht morgen ist, auch…

Irgendwie schade, dass solche eigentlich sehr spannenden Techniken immer auch so riskant in ihrer sozialen Wirkung sind… Pandoras Kiste.

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Von: ? https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17640 Fri, 11 Mar 2011 17:55:10 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17640 das funktioniert doch nie im leben. schaut doch mal in eure icq/whatever liste und vergleicht wer dort ähnlich schreibt, vom satzbau usw., da findet man dann 5-10 versch. schreibarten (rechtschreibung, kommas, schnell tippen-> „aslo“ statt „also“ o.ä., aber zur identifizierung reicht das doch nie. oder versteh ich die sache falsch?

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Von: mathe https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17636 Fri, 11 Mar 2011 16:50:38 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17636 @Tom
Klar, überprüfe Deinen Vorschlag doch mal praktisch, indem Du Deinen Kommentar noch einmal schreibst. Aber bitte nur mit „Sätzen mit der ungefähren Aussage dessen, was Du zu sagen hast“.

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Von: Tom https://annalist.noblogs.org/post/2011/03/11/das-ende-der-anonymen-e-mail/#comment-17635 Fri, 11 Mar 2011 16:04:22 +0000 https://annalist.noblogs.org/?p=1525#comment-17635 Das ist noch lange nicht „das Ende“ von gar nichts. Da machen wir einfach den Gutti und kopieren uns Sätze mit der ungefähren Aussage dessen, was wir zu sagen haben, von irgendwoher in eine leere E-Mail hinein. Schlimmstenfalls war „es“ dann der Urheber des Textes aus dem kopiert wurde. Muss ja niemand sein, den „wir“ leiden können, hähähä…

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