Hacktivism – annalist https://annalist.noblogs.org Innenansichten Sat, 02 Jan 2016 17:40:34 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 #32C3 zum Nach-Gucken https://annalist.noblogs.org/post/2016/01/02/32c3-zum-nach-gucken/ https://annalist.noblogs.org/post/2016/01/02/32c3-zum-nach-gucken/#comments Sat, 02 Jan 2016 13:50:41 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=3760 Weiterlesen ]]> A work in progress

Ich habe nicht annähernd alle Talks bei 32. Congress des Chaos Computer Clubs diese Woche in Hamburg gesehen, die ich hätte sehen wollen, aber die hier habe ich gesehen und sie waren gut.

Bisher sind noch nicht alle im YouTube-Kanal des CCC. Deswegen habe ich einige direkt zum Anklicken, andere nur auf dem Medienserver media.ccc.de, wo Ihr sie auch direkt abspielen könnt. Wird aber nachgetragen.

Los geht’s:

NSA-Untersuchungsausschuss: Zwischen Aufklärungswillen und Mauern aus Schweigen, von Anna Biselli

https://www.youtube.com/watch?v=MFzRprZK-NA&list=PLBXmeocYXDfAP80LFYDjgpQe0gFjR7J7c&index=1

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7228-nsa-untersuchungsausschuss_zwischen_aufklarungswillen_und_mauern_aus_schweigen

Ein guter Überblick zum Stand der Dinge im NSA-Untersuchungsausschuss.

Grundrechte gelten nicht im Weltall!

Die absurdesten Szenen aus dem NSA-BND-Untersuchungsausschuss

https://www.youtube.com/watch?v=XabDC7nPW_w

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7225-grundrechte_gelten_nicht_im_weltall

Eine ziemlich witzige Lesung mit Originalzitaten aus dem Ausschuss. Ok, eigentlich eher tragisch. Wahrscheinlich die beste Form der Information, was dort passiert.

Profiling (In)justice, von Jeff Deutch

Hier geht’s um Racial Profiling und wie wenig Kontrollen es mit tatsächlicher Kriminalität in bestimmten Gebieten zu tun hat. Mit Beispielen aus Deutschland und Großbritannien.

The Price Of Dissent, von CAGE and Cerie Bullivant

‚Cage‘ ist eine Organisation, die sich für die Rechte von Muslim_innen einsetzt. Der Talk beginnt mit dem Video-Statement eines ehemaligen Guantanamo-Gefangenen, der eigentlich in Hamburg auf der Bühne stehen sollte, aber nicht kommen konnte, weil sein Pass in Großbritannien vor der Reise eingezogen wurde.

Intelexit, Gloria Spindle – Peng! Collective

Witzig, wunderbare Videos und ein wichtiges Ziel: Geheimdienst-Angehörige dazu zu bringen, die Dienste zu verlassen. Bestes Detail: Auszüge aus dem Grundgesetz werden an das große Schild „Bundesamt für Verfassungsschutz“ am Eingang seines Sitzes geklebt – und prompt von Beamten abgerissen.

Ten years after ‚We Lost The War‘, von rop und Frank.

Vor zehn Jahren konstatierten die beiden „Wir haben den Krieg verloren“ und meinten damit den Kampf um das freie Internet, das wir an die Überwachung und Kommerzialisierung verloren haben. (Hier das Video dazu). Jetzt sieht es nicht viel besser aus. Schwerpunkt: Klima und Ressourcen.

Predicting Crime in a Big Data World, von Whitney Merrill

Sehr dichter Talk zum Stand des ‚Predictive Policing‘, also der Nutzung von Software durch die Polizei, die aus vielen Daten Kriminalitäts-Wahrscheinlichkeiten berechnet, und was daraus folgt. Mit Beispielen aus Deutschland und Information zur genutzten Software.

Collect It All: Open Source Intelligence (OSINT) for Everyone, von M. C. McGrath

M.C. McGrath analysiert öffentlich zugängliche Informationen von Geheimdienstmitarbeiter_innen und -Dienstleistern. Daraus lässt sich zum Beispiel erkennen, wer an der Zielerfassung von Drohnenangriffen mitarbeitet, und welche Kenntnisse dazu nötig sind.

Nicht gesehen, aber Gutes gehört habe ich über:

The exhaust emissions scandal („Dieselgate“) von Daniel Lange (DLange), Felix „tmbinc“ Domke

Stromtankstellen – eine neue öffentliche Infrastruktur, von Gunnar Thöle

Wie man einen Blackout verursacht, von Mathias Dalheimer

Gern gesehen hätte ich, und die werde ich sicher auch noch sehen:

„Nach bestem Wissen und Gewissen“ – Floskeln in der Politik

Von Martin Haase/maha and Kai Biermann
https://www.youtube.com/watch?v=kG58VYLHB_A
Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7150-nach_bestem_wissen_und_gewissen_floskeln_in_der_politik

 

Jugend hackt

https://www.youtube.com/watch?v=2dhwKiPSU6Y

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7562-jugend_hackt_2015

Das Zahnrad aus Fleisch – Expeditionen ins Kommentierreich

https://www.youtube.com/watch?v=mZ2aY_gZgG8

Ohne YouTube: https://media.ccc.de/v/32c3-7249-das_zahnrad_aus_fleisch

Hier diskutieren eine sehr rigide Kommentar-Moderatorin und einer, der findet, es sollte möglichst alles stehen bleiben.

Media Coverage and the Public in the Surveillance Society, von Arne Hintz and Lina Dencik

Graphs, Drones & Phones, von Christoph Engemann

Crypto Wars Part II, von Kurt Opsahl

Überall wird wieder danach gerufen, Verschlüsselung solle verboten werden, oder zumindest müsste den Sicherheitsbehörden möglich sein, per Nachschlüssel (Backdoor) mitzulesen. Das gab’s vor vielen Jahren schon mal.

Prediction and Control, von Jennifer Helsby

Zum Untersuchungsausschuss gab’s auch einen Podcast im Sendezentrum mit vielen regelmäßigen BesucherInnen des Ausschusses: den könnt ihr hier hören.
Es gibt auch ein Video davon, leider mit relativ schlechter Bild-Qualität, aber darum geht’s ja auch nicht:

Es wird nicht überraschen, dass mich vor allem Talks aus dem Politik-Track und da vor allem die zu Überwachung und Sicherheitsorganen interessieren. Selbst da gibt es noch viele andere interessante Sachen und darüber hinaus sowieso. Es ist eine völlig subjektive Auswahl und sagt wirklich nichts aus über die, die in dieser Liste nicht erwähnt sind. Schaut selbst nach: https://media.ccc.de/c/32c3 – da gibt es wirklich noch ganz viele andere, die auch absolut sehenswert sind.

Das Programm gibt es hier (die eigentliche Programm-Website ist gerade nicht erreichbar). Dort könnt Ihr auch die Beschreibungen zu den Talks sehen.

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https://annalist.noblogs.org/post/2016/01/02/32c3-zum-nach-gucken/feed/ 2
Keine Ausreden mehr für Männerüberhang https://annalist.noblogs.org/post/2014/03/08/keine-ausreden-mehr-fuer-maennerueberhang/ https://annalist.noblogs.org/post/2014/03/08/keine-ausreden-mehr-fuer-maennerueberhang/#comments Fri, 07 Mar 2014 23:09:13 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=3507 Weiterlesen ]]> screenshotEs gibt sie endlich: die Speakerinnen-Liste. Eine Website mit Datenbank, über die Expertinnen für Konferenzen, Podien, Talkshows gefunden werden können.

Dickes DANKE! an die Berliner Rails Girls Gruppe, die das Projekt ganz in Ruhe und ohne Wirbel als Lernprojekt geplant und umgesetzt hat.

Viele zählen die Verteilung von Männern und Frauen auf Bühnen und ärgern sich über die häufig langweilig mit ähnlichen weißen deutschen Akademikern besetzen Veranstaltungen. Wenn Veranstalter_innen darauf hingewiesen werden, dass sie 60, 80, 100 Prozent Männer eingeladen haben, erklären viele, dass sie eben keine Frauen kennen oder gefunden haben, die zum Thema etwas hätte sagen können. Oder fordern auf, doch welche zu benennen, die so gut und kompetent über Thema XY reden können. Kann ich meistens nicht beantworten, weil ich mit den meisten Themen nicht gut genug auskenne.

Dass eine Datenbank nötig ist, ist seit langem klar.

Im IT-Bereich gab es vor Jahren mal ein ähnliches Projekt: Geekspeakr.com. Das wurde leider nicht weiter betrieben und ist inzwischen offline. Als der Netzfeminismus entstand, entstand provisorisch eine Liste mit Frauen, die zunächst über netzfeministische Themen sprechen können: Speakerinnen, vor allem von Kathrin Roenicke gepflegt.

Vor etwa anderthalb Jahren, nachdem sich bei Twitter mal wieder viele über die Besetzung einer Konferenz geärgert hatten, gab es einige Treffen und ziemlich konkrete Pläne. Die Pläne gingen baden, zuwenig Zeit, und dann gab es auch schon einige ähnliche Projekte. Da war auch schon ein Mitglied der Rails Girls dabei, und in aller Stille haben die dann einfach weitergearbeitet und mich etwa ein Jahr später kontaktiert und erklärt, sie seien jetzt fertig. Ich war ziemlich baff und habe mich enorm gefreut. Ich hatte selber in der Zwischenzeit mein Zählblog 50 Prozent gestartet, weil das weniger aufwändig ist und die reinen Zahlen als Argument auch wichtig sind.

Die neue Speakerinnen-Liste ist ungeheuer schick geworden und ist die beste Ergänzug zu meinen Zahlen. Vor zwei Tagen haben wir einige Frauen eingeladen, sich schonmal einzutragen und fast 50 haben das sofort gemacht. Heute, am 8. März, geht es los. Speakerinnen.org soll Veranstalter_innen, die oft wenig Zeit haben, erleichtern andere als die immer gleichen bekannten Namen einzuladen, sie soll Frauen ermuntern, bei einer Anfrage auch mal Ja zu sagen, auch wenn sie das Thema nicht im Schlaf herbeten können, und sie soll Mädchen und Jungen zeigen, dass Fachkompetenz nichts mit dem Geschlecht zu tun hat.

Ich freue mich sehr, und hoffe, dass ich nie mehr die Frage beantworten muss, welche Frau es zum Urheberecht, zu Kryptographie oder zu Verfassungsrecht denn wirklich drauf hat.

Und ich hoffe, dass sich sehr viele Frauen eintragen.
(Dort zu stehen, verpflichtet übrigens zu gar nichts)

logo8-44bc73c6c966812be4f8c7eadb45efc1

(Ach ja, und es ist natürlich noch nicht alles fix und fertig, wie immer, wenn was zu einem bestimmten Datum raus soll.)

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https://annalist.noblogs.org/post/2014/03/08/keine-ausreden-mehr-fuer-maennerueberhang/feed/ 13
Kleine Philosophie der digitalen Sicherheit https://annalist.noblogs.org/post/2014/01/19/kleine-philosophie-der-digitalen-sicherheit/ https://annalist.noblogs.org/post/2014/01/19/kleine-philosophie-der-digitalen-sicherheit/#comments Sun, 19 Jan 2014 17:51:17 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=3453 Weiterlesen ]]> butter-sWährend ich eben den Sonntagmorgen-Kaffee kochte und dabei nachsah, was sich über Nacht im Netz tat, stolperte ich über einen Link, den Antje Schrupp bei Facebook weitergereicht hat: „Wir sind zu faul, um nicht überwacht zu werden„, von @dasnuf. Der Impuls, SOFORT dazu bloggen zu müssen, sprang mich an noch bevor ich sah, dass ich selber drin vorkomme.

„Wir sind zu faul,..“ um Tools und Methoden kennenzulernen oder zu benutzen, die das digitale Leben besser vor Überwachung schützen, bzw. der Möglichkeit, überwacht zu werden. Oder erstmal davor, dass unsere Daten eingesammelt und verkauft und ausgewertet und gerastert werden. Jeweils von Unternehmen und von Behörden. Möglicherweise. Wenn nicht jetzt, dann später.

Mir zieht sich immer alles zusammen, wenn ich mit dem Argument konfrontiert bin. Nicht, weil ich empörend fände, dass mein Gegenüber faul ist. Eine andere Variante ist, dass es so bequem ist, weil Googlemail eben irre gut funktioniert, die Google Suche genauso, weil es viel schneller geht, eine kurze Nachricht per Facebook-Chat zu schreiben oder als Twitter-DM, statt ‚richtigen Chat‘. Allein die Einrichtung von Chatprogrammen – und was nehme ich da überhaupt?

Ich glaube, das erste Mal ist mir das Argument begegnet, als die Post Telefonkarten eingeführt hat, mit denen in Telefonzellen anstelle von Münzen bezahlt werden konnte. Dann die EC-Karten. Die PayBack-Karten. In meinem Leben war von Computern weit und breit noch nichts zu sehen, aber das Problem war das gleiche: es ist viel bequemer, immer die Telefonkarte dabei zu haben, weil im Zweifelsfall nicht genug Groschen im Portemonnaie stecken. (Wir befinden uns Ende der 80er Jahre). Manche fanden das schlimm. Manche fanden das total bequem.

Faul sein ist völlig in Ordnung

Ich finde nicht schlimm, faul zu sein. Eher total normal. Warum ich trotzdem grässlich finde, wenn mir das, meist ein bisschen trotzig, entgegengeschleudert wird, hat verschiedene Gründe (bei DasNuf fand ich es übrigens nicht trotzig, eher nachdenklich).

Am besten lässt sich das vielleicht mit dem (immer hinkenden) Vergleich zu anderen Konsumgütern erklären. Nahrungsmitteln, beispielsweise. Mail-Verschlüsselung mit GnuPG auf Linux ist für mich ein bisschen die Demeter-Butter unter den Brotaufstrichen. Als ich jünger war, habe ich mich aus Überzeugung vegetarisch ernährt, Lebensmittel per Food-Coop bezogen, sonst auf dem Markt gekauft und mir vieles nicht geleistet, um gesund zu leben und die lokalen Bauernhöfe unterstützen zu können. Mit den Jahren und den Kindern habe ich akzeptiert, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt und ich also Entscheidungen treffen muss. Und kann. Und trotzdem ganz gut weiterlebe. Mir geht es aktuell besser damit, das fertige Müsli aus der Tüte in die Schüssel zu schütten, statt am Abend vorher mit der Handmühle Getreide zu schroten und für den Frischkornbrei einzuweichen. Die Kinder essen Toast mit Nutella, manchmal Honig, und wenn wir besonders gut drauf sind, auch mal Müsli (mit Schokostückchen).

Ich habe nach 20 Jahren das vegetarische Essen wieder aufgegeben, und finde das lecker, aber eigentlich falsch. Ich vermute, dass jedesmal, wenn ich das Veganer_innen erzähle, die in etwa das gleiche Gefühl haben wie ich, wenn mir wer erklärt, dass er oder sie Googlemail benutzt. Sie gucken in der Regel so ähnlich: höflich leidend.

Ich verschlüssele Mails seit etwa .. 12 Jahren, ich habe 5-6 Jahre Linux-Betriebssysteme benutzt, nie wirklich gelernt, mit Konsolen umzugehen und kann nicht programmieren. Ich bin alt genug, um MS-DOS kennengelernt zu haben und habe meine politikwissenschaftlichen Hausarbeiten mit der Schreibmaschine geschrieben. Meine Diplomarbeit mit einem 386er schwarz-weiß Laptop mit einem Monitor, der ungefähr so groß war wie die Nintendos meiner Kinder. Ich habe 1981 die erste bundesweite Demonstration besucht (NATO-Doppelbeschluss. Googelt schön). Ich bin immer noch bei Facebook, ich benutze einen Mac und kann erklären, warum. Auch, warum das total schlecht ist.

Mein Job ist es inzwischen, anderen Leuten zu erklären, wie das Internet funktioniert und warum Überwachung möglicherweise ein Problem ist, und dann, was sie dagegen tun können. In der Regel habe ich es dabei mit Leuten zu tun, die das von sich aus wissen wollen. Und unterschiedlich viel Bereitschaft mitbringen, ihre Gewohnheiten zu ändern.

Ein Satz, der eigentlich immer in Gesprächen, Workshops oder Trainings zu digitaler Sicherheit vorkommt und die Grundlage meiner persönlichen Philosophie dazu ist:

Es gibt keine perfekte digitale Sicherheit.

Digitale Sicherheit ist keine Astrophysik

Schon im Zeitalter vor Snowden (abgekürzt: a.S., nach Snowden entsprechend: p.S.) gehörte es zu den beliebtesten Fingerübungen unter Nerds, sich darüber auszutauschen, welche Schlüssellängen für PGP-Schlüssel wirklich sicher seien, bzw. welche Rechenkapazitäten nötig seien, um diese Schüssel zu knacken (also: die dazugehörigen Passwörter maschinell zu erraten). Wusste natürlich niemand, aber es hat halt so einen schönen Gruselfaktor. In diesen Gesprächen ging und geht es in Variationen darum, welche Technologien wirklich wirksam schützen bzw warum diese oder jene nicht wirklich sicher ist. Nach Snowden sind das jetzt Gespräche über Chiffren und eliptische Kurven – Vokabeln, die sich auch in Gesprächen unter Leuten auftauchen, die nicht so richtig verstehen, worum es geht, die aber damit nebenbei ihr Image als Technik-Versteher polieren. Mich hat irgendwann ungeheuer erleichtert, als mir jemand, der gemeinhin als Koriphäe auf dem Gebiet anerkannt ist, erzählte, dass es nur sehr wenige Leute gibt, die Kryptographie (Verschüsselungswissenschaften) wirklich verstehen. (Der Rest baut darauf, dass andere, denen sie vertrauen, wissen, wovon sie reden. Zu der Sache mit dem Vertrauen kome ich später noch.)

Was in diesen Gesprächen meist keine Rolle spielt, ist die praktische Anwendung. Also, wie wahrscheinlich es ist, dass mögliche Gegner – in der Regel Polizeibehörden oder Geheimdienste – im konkreten Fall die nötigen Ressourcen a) haben und b) bereit sind einzusetzen. Ich habe selbst in einem Fall in den Ermittlungsakten nachgelesen, dass der Staatsanwaltschaft schon der Kostenvoranschlag zu teuer war, bei dem es nur darum ging einzuschätzen, welche Ressourcen nötig wären, ein PGP-Passwort zu knacken. Die PGP-verschüsselten Dateien sind bis heute ungeöffnet. Das ist nicht repräsentativ, aber die Überlegung, dass nicht immer alles stattfindet, was möglich ist, spielt in diesen Gesprächen zu selten eine Rolle. Zu oft dagegen geht es unterschwellig um den Beweis, dass einer viel mehr weiß als der andere. Legitim, manchmal auch einfach Spaß, aber keine gute Grundlage für realistische Einschätzungen im Bereich digitale Sicherheit.

Seit Snowden wissen wir auch, dass sehr viel mehr stattfindet, als wir dachten. Das war der Schock, den Tim Pritlove bei der Eröffnung des 30C3 beschrieb; das war die Kränkung, die Sascha Lobo neulich in die FAZ schrieb. Unter Nerds wird das seit dem Sommer halb erleichtert, halb entsetzt so umschrieben „Endlich wissen wir, dass wir nicht bloß paranoid waren“. Wir wissen, dass wir nicht wissen, war mit unseren Daten passiert, aber das mehr oder weniger alles möglich ist.

Die Leaks sind das Sahnehäubchen, aber wir wussten ja schon vorher, dass es keine perfekte Sicherheit gibt. Was heißt das also? Im Hier und Jetzt? Ich rede nicht von den Leuten, die in Ägypten, Syrien, Bahrain von in Deutschland gemachten Trojanern bedroht werden und ohne Gerichtsurteil im Knast landen und gefoltert werden. Die gibt es, aber für die ist das eine andere Frage. Es heißt u.a., dass wir dagegen protestieren müssen und dass das vor allem ein politisches Problem ist. Warum das nicht passiert, habe ich letzte Woche aufgeschrieben.

Zähneputzen

Das Gefühl von Ohnmacht spielt eine zentrale Rolle: Ohnmacht gegenüber der Politik, und Ohnmacht, wenn es darum geht, uns zu schützen. Es gibt übrigens kein Entweder-Oder dabei. Ich höre oft, dass wir das politisch angehen müssen, wenn ich erkläre, dass mehr Menschen Mails verschüsseln sollten, und umgekehrt. Wir brauchen beides. Um nochmal Metaphern zu bemühen: wir brauchen eine öffentliche Gesundheitsversorgung und müssen uns natürlich trotzdem jeden Tag die Zähne selber putzen.

Zurück zur Faulheit. Es juckte mich schon, dazu was zu schreiben, als ich gestern abend per Stream den Vortrag von Geert Lovink bei der Veranstaltung Netzkultur verfolgte, bzw. den Twitter-Stream dazu. Geert Lovink ist ein alter (naja) linker Internet-Theoretiker, der ein paar Grundsätze in die aktuelle Debatte geschüttet hat. Hinterher twitterte @DasNuf

Aus der #nk1314 nehme ich mit: verschlüsseln & dezentralisieren (naja und eine Brezel)

Und ich dachte: Oh je.

Ich sehe mich selber meist als eine Art Übersetzerin zwischen der Welt der Nerds und der der ’normalen Menschen‘, d.h. ich versuche, Tech-Talk verständlich zu machen und komplizierte Prinzipien soweit auf das Wesentiche reduziert zu beschreiben, dass sie anwendbar sind. Immer zulasten der theoretischen Sicherheit, aber da diese Sicherheit nur existiert, wenn sie praktiziert wird, ist es in jedem Fall ein Kompromiss. Insofern bin ich auch Übersetzerin in Richtung der Nerds, die sich selbst, ihre Begeisterung für komplexe technische Dinge und ihre Fähigkeit, zu lernen und anzuwenden gern zum Maßstab aller Dinge machen.

„Oh je“ also, weil ich realisierte, dass ich vergessen hatte, dass sowas wie Dezentralität als Prinzip nicht für alle selbstverständlich ist und sich auch überhaupt nicht „von selbst“ erklärt. Gut, dass es nochmal erklärt worden war.

Drei Thesen zur Digitalen Sicherheit

Müssen das tatsächlich alle kennen und verstehen? Ich glaube eigentlich nicht. Wichtig finde ich was anderes. Wir können aus mehreren Richtungen auf das Phänomen Digitale Sicherheit gucken:

1. Um Digitale Sicherheit zu erreichen, sind sichere Verschüsselungsmechanismen, einsehbarer und überprüfbarer Programmcode (Open Source), dezentrale Datenspeicherung, Kontrolle über Infrastruktur nötig. Jeder kommerzielle Dienst – also alles, womit andere Geld verdienen – schließt sich aus, wenn nicht vollständig einsehbar ist, wie über ihn Daten verarbeitet werden. (Ich weiß, dass das eine unvollständige Liste ist). Alles, was davon abweicht, kann nicht als sicher betrachtet werden.

2. Weil ich nicht weiß, wer mein Gegenüber ist und nicht weiß, wozu es fähig ist, ist es unmöglich, mich vollständig zu schützen. Auch die beste Verschlüsselung schützt mich nicht vor einem Keylogger (Programm, dass meine Tastaturbewegungen protokolliert und ggbf. an andere weitergibt) oder vor einer heimlich installierten Kamera, die auf meinen Bildschirm gerichtet ist. Seit Snowden erst recht.

3. Weil ich (in der Regel) nicht weiß, wer mein Gegenüber ist und was es bereit ist, gegen mich einzusetzen, und ob überhaupt irgendwer guckt, ist eigentlich jeder Schritt in Richtung mehr digitaler Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung.

Alle drei stimmen. Was völlig widersprüchlich ist, aber so ist nunmal das Leben.

Nochmal der Schlenker zur Ernährungsmetapher: ich finde Massentierhaltung schrecklich, trotzdem esse ich (wieder) Fleisch. Ich bemühe mich, mehrheitlich Bio-Fleisch zu kaufen, aber in Restaurants esse ich auch anderes und sowieso ist es so teuer, dass wir uns das nicht immer leisten können. Meine Kinder sind ausgesprochene Fleischfresser. Wenn ich denen nur zweimal die Woche Biofleisch erlaube und sonst Rührei, setze ich autoritär meine Bedürfnisse gegen ihre durch. (Mal abgesehen davon, dass in den Schulkantinen eh billigstes Käfigfleisch verkocht wird. Eine Privatschule mit selbstgekochtem Bio-Essen können wir uns ebenfalls nicht leisten). Zu jedem einzelnen Punkt gibt es gute Gegenargumente, kenne ich alle.

Worauf ich hinauswill ist, dass es nicht möglich ist, immer alles konsequent richtig zu machen, und das ist in der digitalen Kommunikation nicht anders, jedenfalls solange sie kein Selbstzweck ist.

Auch wenn ich von der Prämisse Nr. 1 ausgehe (kein Facebook, nur Linux, nur verschlüsselt, …) bin ich nicht sicher. Wenn ich weiß, dass nichts wirklich sicher ist, dann habe ich in der Hand zu entscheiden, wieviel Sicherheit ich – neben dem, was ich sonst noch zu tun habe – schaffen kann. Damit bin ich wieder bei Nr. 3: jedes bisschen mehr an digitaler Sicherheit ist ein Schritt in die richtige Richtung. Alternativ könnte ich auch jede digitale Kommunikation einstellen. Ganz im Ernst: wer sich wirksam schützen will, hat momentan eigentlich keine Alternative.

Die logische Reaktion auf diese eher dogmatische Auslegung ist eine, die gut zu „Ich bin zu faul, um nicht überwacht zu werden“: es nützt alles nichts, also lasse ich es gleich bleiben. Aber genau die halte ich für falsch. Nachvollziehbar, auf jeden Fall, aber ich glaube, dass da noch ein Weg ist.

Warum der Weltuntergang als Motivation ungeeignet ist

Was definitiv nicht funktionert ist, Leute, die vor allem aus Freude an elektronischem Schnickschnack viel mit Computern und mobilen Geräten herumspielen, mit Drohungen zu irgendwas zu motivieren. „Wenn Ihr nicht… dann geht die Welt unter“, oder so. Und das Gefühl, aus so vielen Richtungen von datenfressenden Monstern bedroht zu werden, führt höchstens dazu, nichts mehr hören und sehen zu wollen und genauso weiter zu machen wie bisher.

Nötig ist die Bereitschaft, zumindest mal darüber nachzudenken, dass Googlemail zwar echt gut funktioniert, aber dass mir anderes vielleicht doch so wichtig ist, dass ich mal was anderes probiere. Wenn die nicht da ist – geschenkt. Wer ohne Toast mit Aldi-Schokoschmiere morgens nicht leben kann, wird weder Nutella auf Bio-Brötchen noch Vollkornmüsli je anrühren. Da helfen auch keine Online-Petitionen zu den Arbeitsbedingungen in den Aldi-Fabriken.

Bei den anderen hilft bestimmt, sie mal zum Frühstück einzuladen und eine appetitliche Auswahl an Alternativen bereit zu halten. Und daran hapert’s natürlich: die meisten Software-Alternativen sind in graues Packpapier eingewickelt.

Sie sind schwer zu finden, es ist nicht einfach, sie zu installieren – gerade wenn es um Sicherheit geht und wir nicht wissen, ob die unverständliche Frage bei Installieren mit Ja oder Nein beantwortet werden muss und was das für Konsequenzen hat. Dazu kommt, dass sie mir dann nichts nützen, wenn ich davon abhängig bin, dass meine Bekannten, Kolleg_innen, Freunde sie auch benutzen.

Was aber kein Grund ist, sie nicht auszuprobieren. Ich benutze schon lange das SMS-Verschlüsselungs-Programm TextSecure und vom selben Hersteller das Programm Redphone zum Verschlüsseln von Telefongesprächen. Es kommt extrem selten vor, dass die Leute, mit denen ich SMS austausche, dasselbe Programm benutzen, und solange das so ist, hilft mir TextSecure kein bisschen. Andererseits: es stört ich auch nicht. Es ist installiert, ich kann damit genauso gut SMS schreiben, lesen oder Kontakte auswählen. Ich benutze es einfach weiter, rede darüber, helfe beim Installieren und hoffe, dass es langsam immer mehr Leute benutzen.

Es gibt keine ähnlich komfortable Alternative zu Googlemail, zugegeben (es arbeiten aber gerade Leute an einer). Googlemail ist die Brathähnchen-Käfighaltung unter den Mailprogrammen. Das kann man akzeptieren, aber ich jedenfalls komme gut damit zurecht, es ein bisschen weniger bequem zu haben und dafür ein paar Hühnerleben zu retten. Und ich erkläre auch wirklich gern, wie es geht.

Was definitiv fehlt, sind Anlaufpunkte jenseits von Krypto-Parties, wo sich normale Menschen hintrauen und wo die Einstiegshürde nicht ist, sich für Facebook, Mac und Google rechtfertigen zu müssen. Was ich den Krypto-Parties gar nicht unterstellen will, dazu war ich bei viel zu wenigen. Aber als Distinktions-Habitus ist das viel zu verbreitet unter den Leuten, die anderen was beibringen könnten.

Was fehlt ist, dass wir uns alle ein bisschen bewegen: die die vielleicht hier und da was ändern wollen, und die, die dabei helfen können. Und die, die selber Programme schreiben und lernen, was tatsächlich hilfreich ist.

Foto: madlyinlovewithlife / Flickr, CC-BY-NC-ND-Lizenz

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https://annalist.noblogs.org/post/2014/01/19/kleine-philosophie-der-digitalen-sicherheit/feed/ 32
30C3 zum Nachgucken https://annalist.noblogs.org/post/2014/01/03/30c3-zum-nachgucken/ https://annalist.noblogs.org/post/2014/01/03/30c3-zum-nachgucken/#comments Fri, 03 Jan 2014 01:52:41 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=3428 Weiterlesen ]]> cch30c3In Hamburg hat über das Wochenende der 30. Chaos Communication Congress stattgefunden, auch einfach ‚der Kongress‘ genannt. Ein Kongress der Superlative, größer, großartiger, auch einfach schöner. Mich hat vor allem beeindruckt, wieviele Leute in ihrer Freizeit Dinge für den Kongress ausdenken, vorbereiten, bauen. Schöne Sachen, nur damit alle anderen einen möglichst schönen Kongress haben. Ein eigener Techno-Club für nur vier Tage, mit einer extra gezimmerten Bar, einem alten Wasserwerfer, Palmen, Polstern und irren Lichtinstallationen. Eine selbst gebauten Rohrpost, Kinder-Hack-Programm, Massagezelt und Kaffee-Nerds, die einen Kaffee herstellen, für den ich in Berlin eine Stunde fahren würde, Open-Source-Röstprofile inklusive. An jeder Ecke des riesigen Kongresszentrums was anderes zum Angucken und Freuen. Effekt: durchweg freundliche und gutgelaunte Leute. Und zwar ca. 8.500.

30c3-4chanNebenbei gab es auch noch ein Vortragsprogramm, von dem ich ein paar Sachen empfehlen wollte. Eine rein subjektive Auswahl schon deswegen, weil ich kaum Talks gesehen habe, denn schließlich können die ja auch alle hinterher als Video gesehen werden. Live ist natürlich trotzdem schöner. Hier sind:

Bullshit made in Germany, von Linus Neumann.
De-Mail, Deutschland-Net und die angebliche Sicherheit deutscher Mail- und Cloud-Services gut und witzig erklärt, samt Erläuterung, warum das auf keinen Fall benutzt werden sollte und wer damit Geld verdient.
==> Das Video

Der tiefe Staat, von Andreas Lehner
Politik und Geschichte zur Überwachung in der Bundesrepublik.
==> Das Video (habe ich nur teilweise gesehen, weil ich noch im Zug nach Hamburg saß)

THE DATABASE NATION, a.k.a THE STATE OF SURVEILLANCE, von houndbee
Mein Kollege bei Tactical Tech, Kaustubh Srikanth, beschreibt, wie die größte Demokratie der Erde, Indien, zu einem Überwachungsstaat wird – u.a., weil es wenig Widerstand dagegen gibt.
23rd of December 2008 was a sad day in India for civil liberties. On this day, The Indian Parliament passed the “The Information Technology (Amendment) Act” with no debate in the House, which effectively means is that the government of India now has the power to monitor all digital communications in the country without a court order or a warrant.
==> Das Video

Backdoors, Government Hacking and The Next Crypto Wars, von Christopher Soghoian
Law enforcement agencies claim they are „going dark“. Encryption technologies have finally been deployed by software companies, and critically, enabled by default, such that emails are flowing over HTTPS, and disk encryption is now frequently used. Friendly telcos, who were once a one-stop-shop for surveillance can no longer meet the needs of our government. What are the FBI and other law enforcement agencies doing to preserve their spying capabilities?
==> Das Video

Fnord News Show, von Frank Rieger und Fefe
Eine Einführung in Hacker-Humor, Kongress-Klassiker, sehr unterhaltsam.
==> Das Video

The Internet (Doesn’t) Need Another Security Guide, von evacide
Gute Beschreibung der bekannten Einführungen und Handbücher zur Digitalen Sicherheit von Eva Galperin, EFF. Mit Tips, was beim Schreiben / Gestalten beachtet werden sollte und welche Handbücher noch fehlen.
==> Das Video

Seeing The Secret State: Six Landscapes, von Trevor Paglen
Trevor Paglen sucht und findet geheime Orte, Einheiten und Bestandteile des verborgenen Aktivitäten der USA. Sehr beeindruckend.
Although people around the world are becoming increasingly aware of the United States‘ global geography of surveillance, covert action, and other secret programs, much of this landscape is invisible in our everyday lives.
==> Das Video

No Neutral Ground in a Burning World, von Quinn Norton und Eleanor Saitta
Ziemlich großer Sprung in die politische Theorie mit interessanten Ideen und mit Botschaft. Auch hiervon habe ich nur etwa die Hälfte gesehen (die zweite).
The news of the past few years is one small ripple in what is a great wave of culture and history, a generational clash of civilizations. If you want to understand why governments are acting and reacting the way they are, and as importantly, how to shift their course, you need to understand what they’re reacting to, how they see and fail to see the world, and how power, money, and idea of rule of law actually interact.
==> Das Video

Amtliche Datenschützer: Kontrolleure oder Papiertiger? von Peter Schaar
Der langjährige ehemalige Bundesdatenschützer plaudert aus dem Nähkästchen
==> Das Video gibt’s leider noch nicht

Die Bundesrepublik – das am meisten überwachte Land in Europa, von Josef Foschepoth
Die Geschichte der Überwachung in der Bundesrepublik mit vielen den meisten unbekannten Details, u.a. darüber, warum es weiterhin amerikanische Stützpunkte in Deutschland gibt, von denen aus die NSA und die CIA agieren und was politisch nötig wäre, um das zu ändern.
==> Das Video gibt’s leider noch nicht

Jahresrückblick des CCC, von Constanz Kurz, Frank Rieger, Linus Neumann
Der Titel sagt eigentlich alles: das Jahr 2013 aus netzpolitisch-technischer Sicht.
==> Das Video gibt’s leider noch nicht

30c3-demo

Kleine Kongress-Demo von etwa 300 Leuten, die plötzlich mitten im Zentrum Hamburgs stand

(Noch) Nicht gesehen habe ich die folgenden Talks, die ich empfehle, weil entweder andere sie gesehen habe, deren Urteil ich vertraue, oder weil ich Speaker_in und/oder Thema gut genug kenne:

Die Eröffnung, von Tim Pritlove
Allein des spektakulären Films wegen solltet Ihr das gesehen haben. Auf 15 Monitoren.
==> Das Video

Through a PRISM, darkly, von Kurt Opsahl, EFF
From Stellar Wind to PRISM, Boundless Informant to EvilOlive, the NSA spying programs are shrouded in secrecy and rubber-stamped by secret opinions from a court that meets in a faraday cage. The Electronic Frontier Foundation’s Kurt Opsahl explains the known facts about how the programs operate and the laws and regulations the U.S. government asserts allows the NSA to spy on you.
==> Das Video

Keine Anhaltspunkte für flächendeckende Überwachung, von Martin Haase und khamacher
Die Enthüllungen Edward Snowdens haben die deutsche Politik für kurze Zeit in Aufregung gebracht. Für eine Beruhigung reichte es bereits aus, die Enthüllungen in sprachlich-logisch cleverer Weise zu verarbeiten, sie teilweise in ein anderen Kontext zu stellen und so schließlich Entwarnung geben zu können: Die Bundesregierung hat „keine Anhaltspunkte für flächendeckende Überwachung“.
==> Das Video

Nerds in the News, von Friedrich Lindenberg
Knight-Mozilla OpenNews sends coders into news organisations on a ten-month fellowship to make new tools for reporting and measuring the news. We believe that to remain relevant, journalism has to smarten up about tech and data. As a global community, we develop tools to datamine public data, news apps to make information accessible, and visualisations to break down complex stories. In my talk, I want to present the lessons about tech that I’ve learned in a newsroom and the things that still need to be built.
==> Das Video

Concepts for global TSCM, von Andy
Andy Müller-Maguhn über den technischen und politischen Stand der Dinge in der Überwachung und nötigen Konsequenzen.
After studying the various levels of activities that come together in BuggedPlanet and realizing the scope and level of implementation of NSA´s SIGINT theatre, it´s propably time to step back, summarize the big picture and ask how we handle it properly.
==> Das Video

Sim Gishel, von Karl-Heinz Jeron
Ich habe keine Ahnung, wie der Talk war, aber ich weiß, dass nur wenige da waren, weil er nachts um halb 1 anfing und parallel im großen Saal der CCC Jahresrückblick lief, was ziemliches Pech ist. Guckt’s Euch doch mal an.
Sim Gishel is a multimedia robot. He sings and dances on request. He will try hard to take part in casting shows to become a popstar.
==> Das Video

India’s Surveillance State, von Maria Xynou
Nochmal Indien, von einer sehr engagierten Speakerin vom CIS India (Centre for Internet and Society).
==> Das Video

EUDataP: State of the Union, von Jan Philipp Albrecht
The European data protection reform will replace the existing 27 data protection laws in EU member states to form a homogenous legislation regarding data privacy online

Per Rad betriebene Kaffeemühle

Per Rad betriebene Kaffeemühle

as well as offline. As the profits of many data collecting corporations are at stake, the European parliament is subject to a storm of lobbyists trying to dismantle citizens fundamental privacy rights.
==> Das Video

Calafou, postcapitalist ecoindustrial community, von Acracia
Dubbed The Hacker Monastery by some, this 3 years old effort aims to create a node in a self-sustaining network of cooperatives called Cooperativa Integral Catalana, developed at the site of a 13th century factory which was itself an industrial experiment, and builds on the local traditions of self-organisation and autonomy. Not to be confused with ecovillages, Calafou has a strong technological focus, ranging from software and hardware development through permaculture to crafts based on recycling and local materials.
==> Das Video

Hacking as Artistic Practice, von !Mediengruppe Bitnik
!Mediengruppe Bitnik are contemporary artists. In their talk they will show two examples of their work, illustrating the translation of hacking from the computer field into an artistic practice. Bitnik will show how to hack the opera in ten easy steps and what happens when you send a parcel with a hidden live webcam to Julian Assange at the Ecuadorian Embassy in London.
==> Das Video

To Protect And Infect, Part 2, von Jacob Applebaum
Einer der spektakuläreren Talks, der erst während der laufenden Konferenz in zwei Teile geteilt wurde. Im 2. Teil gab es neue Informationen aus dem Fundus von Edward Snowden.
==> Das Video

07KINGSTON25 JAMAICA: MALARIA UPDATE Dispatches from Fort Meade, von Alexa O’Brien
At Fort George „Orwell“ Meade, home of the NSA and the US Defense Information School, managing the message of Chelsea Manning’s trial was facilitated by a lack of public access to most of the court filings and rulings until 18 months into her legal proceeding.
==> Das Video gibt’s leider noch nicht

Dies ist eine völlig subjektive Auswahl entlang meiner Interessen. Es gab viel mehr: alle Talks mit Beschreibungen findet ihr hier, die Videos nach und nach hier.
Viel Spaß!

lounge30c3

 

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https://annalist.noblogs.org/post/2014/01/03/30c3-zum-nachgucken/feed/ 4
Logbuch Netzpolitik zu OHM, Noisy Square, NSA, Snowden und dem Wahlkampf https://annalist.noblogs.org/post/2013/08/10/logbuch-netzpolitik-zu-ohm-noisy-square-nsa-snowden-und-dem-wahlkampf/ Sat, 10 Aug 2013 11:07:48 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=3236 Weiterlesen ]]> Es ist NSA, und bei annalist steht .. nichts. Eigentlich müsste ich wohl täglich zweimal bloggen, wenn doch Überwachung eins der zentralen Themen dieses Blogs ist und ein Leak nach dem anderen Geschichte macht.

Ich war im Urlaub, in zwei Camps und dann.. hatte ich erstmal das Gefühl, dass die Neuigkeiten ja auf den relevanten Newswebsites standen. Es liegt mir nicht, überall meinen Senf dazu zu geben nur um auch was zu sagen. Oder jedenfalls nicht in dem Ausmaß, wie  es rundrum schon reichlich zu beobachten war. Und präsent ist es ja wirklich ausreichend.

Und da setzt jetzt, nach dem Ende meines persönlichen Sommerlochs, allmählich das Bedürfnis ein, doch was dazu zu sagen. Schalten Sie also wieder ein, hier gibt’s demnächst wieder mehr zu sehen.

Ich war gestern Gast im ‚Logbuch Netzpolitik‘, einem Podcast von Linus Neumann und Tim Pritlove‘ und weil der über zwei Stunden lang ist, hatte ich Gelegenheit, alles zu besprechen, was mich in den letzten zwei Wochen beschäftigt hat. Es ging um

  • das Hackercamp OHM in den Niederlanden und die Konflikte, die sich daraus ergaben, dass einer der Hauptsponsoren Überwachungstechnologie produziert und exportiert,
  • ein sehr sympathisches neues Netzwerk aus vielen Organisationen, die ein Camp im Camp gebildet haben (das Noisy Square) und die verbindet, auf unterschiedliche Weise Technologie für ‚den guten Zweck‘ zu entwickeln oder bekannt zu machen. U.a. waren das EFF, IMMI, Torservers, Riseup, Fairphone, Bits of Freedom, Tactical Tech und viele andere.
  • das Neueste vom NSA, Snowden und Lavabit und das Glas eigentlich halbleer oder halbvoll ist, wenn sich in Deutschland kaum wer aufregt, aber in den anderen Ländern überhaupt nicht darüber geredet wird
  • und wie die Parteien im Wahlkampf um das Thema herumtänzeln

Hören könnt Ihr das hier Politische Reise nach Jerusalem,

Als Download gibt es das in 5 Formaten (u.a. m4a, mp3, ogg)

 

Überhaupt nicht geht es darin übrigens um Feminismus und so. Das freut auch einen Kommentator sehr

Okay, bei den Themen kann Anne ja hoffentlich nicht von Quoten, Gender und Patriarchat anfangen. 🙂

und damit haben wir sogar was gemeinsam. Ich rede nämlich auch viel lieber über andere Sachen, bloß leider ist die Lage ja meistens so, dass es nicht anders geht.

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Wer gern noch mehr von mir hören will, kann Interview mit dem WDR hören, dass ich letzte Woche zu unserer Überwachung und XKeyScore hatte:

WDR 2: Beobachtet und belauscht

 

Nächste Woche geht’s dann weiter mit dem ‚Marktplatz‘ im Deutschlandfunk zum Thema „Das digitale Zuhause schützen„, und vielleicht noch einem Podcast.

 

 

 

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Autistici/Inventati in der c-base https://annalist.noblogs.org/post/2013/02/04/autisticiinventati-in-der-c-base/ Mon, 04 Feb 2013 22:21:26 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=3013 Weiterlesen ]]> Zu der Veranstaltung letzte Woche in der Berliner c-base über 10 Jahre Hacktivism und Medienaktivismus in Italien gibt es jetzt das Video (am Anfang fehlt ein Stück):

Es dauert auch eine geraume Weile, bis bei archive.org untergebrachte Videos starten. Alternativ gibt es das Video auch als mp4, ogv oder torrent.

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Autistici in Berlin – 27.1. um 20 Uhr in der c-base https://annalist.noblogs.org/post/2013/01/20/autistici-in-berlin-27-1-um-20-uhr-in-der-c-base/ https://annalist.noblogs.org/post/2013/01/20/autistici-in-berlin-27-1-um-20-uhr-in-der-c-base/#comments Sun, 20 Jan 2013 16:02:19 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=2979 Weiterlesen ]]> ai-book-cover-webNächsten Sonntag, dem 27.1. gibt es eine besondere Veranstaltung. Autistici/Inventati stellen um 20 Uhr in der c-base ihr Buch +Kaos. 10 anni di hacking e mediattivismo (+Kaos. 10 Jahre Hacken und Medienaktivismus) vor.

Ich habe das Buch hier schon beworben, als es letzen Sommer erschien. Autistici/Inventati ist das italienische Technik-Kollektiv, das u.a. noblogs.org hostet, also die Blog-Plattform, auf der auch annalist läuft.

Im Buch wird die Geschichte des italienischen Hacktivismus erzählt, die Verbindung zu Indymedia, zum G8-Gipfel in Genua 2001, es geht um die jählichen Hack-Meetings und warum es nötig ist, eigene Technik-Infrastrukturen für E-Mail, Chat, Websites, Mailinglisten und und und zu haben, die nicht käuflich sind. Und wie sich das alles über 10 Jahre entwickelt hat, ohne Chefs und ohne Bezahlung.

Trotzdem, eigentlich gerade deswegen, kostet das alles natürlich viel Geld: bitte spendet für Autistici und damit noblogs.org und damit annalist!

Leider gibt es +kaos nur auf italienisch, es wird aber gerade ins Englische übersetzt und ein englisches Probe-Kapitel wird es nächsten Sonntag auch in der c-base geben. (Die Veranstaltungssprachen sind englisch und deutsch.)

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https://annalist.noblogs.org/post/2013/01/20/autistici-in-berlin-27-1-um-20-uhr-in-der-c-base/feed/ 3
3sat: Freiheit fürs Internet – Vernetzt gegen die Zensur https://annalist.noblogs.org/post/2012/07/15/3sat-freiheit-furs-internet-vernetzt-gegen-die-zensur/ https://annalist.noblogs.org/post/2012/07/15/3sat-freiheit-furs-internet-vernetzt-gegen-die-zensur/#comments Sat, 14 Jul 2012 22:55:04 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=2687 Weiterlesen ]]> Donnerstag zur besten Sendezeit:

Der Arabische Frühling zeigt, dass die Möglichkeiten von Bürgern, sich im Kampf gegen ihre Regierung zu verbünden, im Zeitalter des Internets besser denn je sind. Doch auch die Zensoren rüsten längst technisch auf.

http://www.youtube.com/watch?v=sB5pg2P6oFU

(Mediathek)

Mit:

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https://annalist.noblogs.org/post/2012/07/15/3sat-freiheit-furs-internet-vernetzt-gegen-die-zensur/feed/ 1
10 Jahre KAOS – 10 Jahre Medienaktivismus und Hacking https://annalist.noblogs.org/post/2012/06/02/10-jahre-kaos-10-jahre-medienaktivismus-und-hacking/ Sat, 02 Jun 2012 10:48:25 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=2613 Weiterlesen ]]> Ein Buch, das ich gern lesen würde, aber leider nicht kann, weil es italienisch geschrieben und die Aussicht auf Übersetzung eher gering ist: +kaos – 10 anni di mediattivismo e hacking.

Das Technik-Kollektiv hinter noblogs.org und damit annalist hat ein Buch über die 10 Jahre seit seiner Gründung geschrieben (und annalist ist sogar darin erwähnt, hach).

„L’esperienza collettiva di un gruppo di ragazze e ragazzi appassionati di tecnologia e comunicazione che hanno fatto proprio il motto di Primo Moroni “Condividere saperi, senza fondare poteri”.“

(Die gemeinsame Erfahrung einer Gruppe von Männern und Frauen, die sich für Technik und Kommunikation begeistern und sich das Motto von Primo Moroni zu eigen gemacht haben „Wissen teilen, ohne die Grundlage für Macht zu schaffen“)

Ihr könnt es vollständig runterladen als PDF, mobi oder ePub.

Für alle, die italienisch können und auch nur den kleinsten Faible für Hacker-Bewegungen und/oder Medienaktivismus seit 2001 haben, lohnt es sich bestimmt.

Beschrieben werden in eigenen Kapiteln der Vorlauf, also die Jahre 1990 – 2001. (2001 war mit dem G8-Gipfel in Genua eine Zäsur, die wahrscheinlich ihre Spuren bei allen Bewegunen in Italien hinterlassen hat). Hacktivismus gab es aber auch schon vorher. Dann die Jahre 2001 – 2006 mit dem bewussten G8-Gipfel, aber auch dem Europäischen Sozialforum, Problemen mit der Justiz und schließlich dem Start der Blog-Plattform Noblogs. Im dritten Teil geht es um die Jahre 2006 – 2011, wie die vorigen eingeteilt in die politische Einordnung und die Beschreibung der hacktivistischen Aktivitäten.

Im Unterschied zur eher engen Definition des Hacking in Deutschland gibt es in Italien eine breitere Interpretation. Was hier inzwischen langsam als ‚Politik-‚ bzw. ‚Gesellschafts-Hacking‘ akzeptiert wird, gehört dort schon immer selbstverständlich dazu. Hacken ist die intensive Beschäftigung mit allem Möglichen mit dem Ziel, es zu verstehen, auseinanderzunehmen und anders wieder zusammenzusetzen. Oder sich zumindest dazu in die Lage zu versetzen. Das hat eine ziemlich stabile Grundlage für Kooperation zwischen Techies und politischen und sozialen Bewegungen geschaffen, mit einem sehr stabilen queer-feministischen Standbein. Ein bisschen mehr davon würde ich mir hier auch wünschen.

Vielleicht gibt es ja doch mal eine Übersetzung.

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Update – FBI bringt heimlich Riseup-Server zurück (Video) https://annalist.noblogs.org/post/2012/05/06/update-fbi-bringt-heimlich-server-zuruck-video/ https://annalist.noblogs.org/post/2012/05/06/update-fbi-bringt-heimlich-server-zuruck-video/#comments Sun, 06 May 2012 12:15:35 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=2572 Weiterlesen ]]> Neues vom vom FBI beschlagnahmten Riseup/May First/ECN-Server:

Erst wurde er ohne weitere Benachrichtigung mitgenommen, jetzt hat das FBI ihn heimlich zurückgestellt. Allerdings gab es inzwischen eine Kamera, die das Geschehen in der Server-Farm beobachtete. Die Aufnahme hat May First letzte Woche veröffentlicht:

Bei archive.org oder YouTube (mit adäquater Musik)

May First hat den Server inzwischen natürlich wieder aus dem Betrieb genommen und untersucht ihn aktuell.

Der EFF hat ebenfalls verschiedene neue Informationen:

Inzwischen ist klar, dass die Beschlagnahmung des Servers, auf dem ein anonymer Remailing-Service lief, m angeblichen Grund für die Beschlagnahmung nichts geändert hat. Die Uni Pittsburgh bekommt weiterhin Bombendrohungen.

Dass auf dem Server lediglich der Remailer installiert war, der keinerlei Aufschluss über die Nutzer zulässt, wusste das FBI auch schon vor der Beschlagnahmung, erklärt der EFF. Inzwischen gibt es auch den richterlichen Beschluss (PDF).

Unbegründete Beschlagnahmungen von Hardware durch das FBI und andere US-Behörden beschäftigen den EFF auch in anderen Fällen. Im März wurde das FBI verurteilt, $100.000 an den Long Haul Infoshops in Berkeley zu zahlen.

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https://annalist.noblogs.org/post/2012/05/06/update-fbi-bringt-heimlich-server-zuruck-video/feed/ 2