Biometrie – annalist https://annalist.noblogs.org Innenansichten Thu, 19 Aug 2010 23:09:00 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Die sicherste Stadt der Welt https://annalist.noblogs.org/post/2010/08/20/die-sicherste-stadt-der-welt/ https://annalist.noblogs.org/post/2010/08/20/die-sicherste-stadt-der-welt/#comments Thu, 19 Aug 2010 22:39:05 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=783 Weiterlesen ]]> Die Biometrie-Firma Global Rainmakers Inc. (GRI) hat am Mittwoch angekündigt, dass sie mit Iris-Scan-Technologie die ’sicherste Stadt der Welt‘ schaffen will.

Dagegen sind Streetview oder Geo-Tagging dann wohl Kinkerlitzchen.

Gemeinsam mit der Stadt Leon – eine der größten Städte Mexikos mit über einer Million EinwohnerInnen – wird GRI Augenscanner über die ganze Stadt verteilen. Das wird die Strafverfolgungsbehörden darin unterstützen, unseren Alltag zu revolutionieren – gar nicht zu reden von den Marketing-Fachleuten. („Iris Scanners Create the Most Secure City in the World. Welcome, Big Brother“, Fast Company)

Dieses Projekt hat weitreichende Auswirkungen für die Iris-Biometrie, die 1,2 Mio. MexikanerInnen und die Welt, sagte Hector Hoyos, CEO von Global Rainmakers. (Pressemitteilung von GRI)

No shit, ja, kein Zweifel.

Der Chef der Entwicklungsabteilung von GRI drückt sich so aus:

In Zukunft, wenn Sie Ihr Haus betreten, Ihr Auto aufschließen, ins Büro gehen, ein Rezept oder sonst Zugang zu ihren medizinischen Daten brauchen, werden sie all das mit einem einmaligen Schlüssel tun: Ihrer Iris.

Wahnsinnig praktisch, und genau das wird auch hier das Problem sein: viele Menschen werden mit einer Mischung aus ’nichts zu verbergen‘ und ’so bequem‘ nichts dagegen haben.

Der Unterschied zu bisherigen Iris-Scan-Anwendungen sind nach Red Herring Geschwindigkeit und Bewegungen. Bisher dauerte ein Iris-Scan 30 Sekunden; GRI braucht weniger als eine Sekunde und scannt auch sich bewegende Menschen. Je nach Gerät bis zu 50 Personen pro Minute.

Zunächst sollen in Leon Datensätze aller verurteilten StraftäterInnen in das System gespeichert werden, dann per Opt-In (also aktiv und freiwillig) von allen anderen. Opting-Out (also nicht freiwillig die Iris-Daten erfassen zu lassen) sei auch kein Problem, so GRI, denn weil die meisten ihre Augen scannen lassen werden, werden die anderen umso mehr auffallen: „Wir glauben, dass alle mitmachen werden“.

Interessantes Argument von Jeff Carter, dem oben zitierten Entwicklungschef von GRI, im Interview mit Fast Company: Mögliche Probleme im Bereich Privatsphäre/Datenschutz sieht er schon deswegen nicht, weil die ja eh durch schon existente Datensammlungen etwa von Banken, aber auch Sozialen Netzwerken wie Facebook, völlig aufgehoben seien.

Mal sehen, wann hier die ersten Begehrlichkeiten entstehen.

Auch dazu: Gizmodo – Keine Privatsphäre – ganze Stadt mit Videoüberwachung

Bild: IRPC/Flickr , CC-Lizenz

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