Kessel – annalist https://annalist.noblogs.org Innenansichten Sat, 05 Feb 2011 19:02:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Nie wieder Einkesseln? https://annalist.noblogs.org/post/2011/02/05/nie-wieder-einkesseln/ https://annalist.noblogs.org/post/2011/02/05/nie-wieder-einkesseln/#comments Sat, 05 Feb 2011 18:53:35 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=1409 Weiterlesen ]]>

Telepolis meldet, dass in London letzten Samstag bei einer Demonstration vor der ägyptischen Botschaft gelungen sei, mit Hilfe eines neuen Smartphone-Tools einen Polizeikessel zu verhindern. Offenbar sind große stundenlange Polizeikessel für die zahlreichen Studierenden-Demos in London ein Ärgernis. Dagegen wurde jetzt Sukey entwickelt. Der Name leitet sich von einem Kinderreim ab:

Polly put the kettle on, Sukey take it off again.

(Das englische ‚kettle‘ (Teekessel) steht wie im deutschen auch für den Polizeikessel.)

Das System besteht bislang aus einem Twitterfeed, einem Text-basierten Warnservice und aus eine Online-Demo-Karte, die laufend aktualisiert wurde und über Smartphones verfügbar war. Gleichzeitig tweetete Sukey kurze Zusammenfassungen der Ereignisse, zudem auch. wo sich die Demonstranten befinden und insbesondere, wo sich die Polizei gerade zum Kesselbau anschickte. (Telepolis)

Mit den britischen Bedingungen kenne ich mich nicht aus, aber hierzulande gleitet das sicherlich am Rand der Legalität entlang, denn alles, was als Aufruf zu Straftaten gewertet werden kann, ist verboten. Dazu kommt, dass es in Deutschland relativ selten zu großen Kesseln kommt, die lange stehen bleiben. Bei großen Demonstrationen aber könnte sowas schon hilfreich sein.

Ganz von allein funktioniert Sukey nicht: zusätzlich zur Software an sich ist einerseits nötig, dass viele sie auf ihren Smartphones haben, aber vor allem auch, dass es ein Team gibt, dass Meldungen sammelt und überprüft. Denn es wird sicherlich sowohl absichtlich plazierte Falschmeldungen geben als auch solche, die aus Aufregung und Unerfahrenheit resultieren.

Der Guardian beschreibt die Entstehung und dann die Anwendung letzte Woche genauer: Inside the anti-kettling HQ. Die Anfänge des Projekts, per Google-Map, ist bei Ben Goldacre zu bewundern: student protestors using live tech to outwit police in london. Ein amerikanischer Polizei-Ausbilder beobachtet das Ganze mit Sorge: Rioters using Google Maps for real-time information

Der Guardian amüsiert sich derweil über das schwierige Verhältnis der britischen Polizei zu modernen Technologien:

On a day when students were keeping in touch by Twitter and mobile phone, the police were handing out little slips of paper. As Bance says: „The police don’t understand Twitter. They might as well be shouting at the screen with a megaphone.“

Und so geht’s:

Sukey bei YouTube, Twitter, Facebook, Twibbon

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