Privatsphäre – annalist https://annalist.noblogs.org Innenansichten Sat, 31 Aug 2013 23:10:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Seda Gürses über Datenschutz im Medienradio https://annalist.noblogs.org/post/2011/11/13/seda-gurses-uber-datenschutz-im-medienradio/ Sun, 13 Nov 2011 00:12:46 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=2101 Weiterlesen ]]> Ich glaube, ich sagte schon, dass ich großer Fan von Seda Gürses bin?

Philip Banse hat sich zwei Stunden mit ihr für das Medienradio über Datenschutz unterhalten. Über die Europäische Datenschutzrichtlinie, das Google-Institut, Missverständnisse, die entstehen, wenn JuristInnen und InformatikerInnen über Datenschutz reden, warum alte Vorstellungen von Datenschutz heute sinnlos sind, aber auch über Open Data und Open Government. Und was Datenschutz heute sein könnte und müsste, der den Stand der Technik berücksichtigt.

Niemand sollte mehr über Datenschutz, und Privatsphäre, und Privacy (und den Unterschied zwischen beiden) reden, ohne hier zugehört zu haben.

Zum Embedden ist die Datei zu groß, deswegen:

 

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Seda Gürses über Privatsphäre, Datenschutz, Überwachung https://annalist.noblogs.org/post/2011/01/18/seda-gurses-uber-privatsphare-datenschutz-uberwachung/ https://annalist.noblogs.org/post/2011/01/18/seda-gurses-uber-privatsphare-datenschutz-uberwachung/#comments Tue, 18 Jan 2011 15:47:28 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=1355 Weiterlesen ]]> A Critical Overview of 10 years of Privacy Enhancing Technologies

Seda Gürses hat beim 27c3 eine knappe Stunde über Privatsphäre, Datenschutz, Überwachung gesprochen. Sie hat einen kritischen Blick auf den Stand der Forschung zu diesen Themen innerhalb der Informatik geworfen, einer meiner Favoriten beim letzten Kongress des CCCs. Sehr dicht und vor allem für Nicht-InformatikerInnen, die sich etwa aus netzpolitischer oder überwachungskritischer Perspektive mit den Themen auseinandersetzen, sehr lehrreich.

Neben der Geschichte der akademischen Auseinandersetzung mit Datenschutz und Privatsphäre beschäftigt sie  sich insbesondere mit Anonymisierung; Fazit: sie funktioniert nicht. Bleibt die Frage: Was dann? Weitere Themen: Ist Identitätsmanagement eine Lösung? Warum fließt soviel Geld in die Forschung dazu? Wer hat daran ein Interesse? Sie schließt mit Empfehungen für ForscherInnen und EntwicklerInnen. Ich hoffe, dass die gehört werden.

Das Paper zum Talk: George Danezis, Seda Gürses: A critical review of 10 years of Privacy Technology (pdf)

Zu sehen ist auch ein unveröffentlichtes Video, das Seda gemeinsam mit Thibault D’Alton  über Anonymizer gemacht hat. Es wird weiter überarbeitet und vielleicht wird es noch dieses Jahr eine endgültige Fassung geben. Hoffe ich!

Was mich an Seda (u.a.) begeistert ist, wie selbstverständlich sie in einem  komplexen Fachvortrag Themen wie Diskriminierung, queere Sexualität, feministische Forschung, die Bedeutung von Privatsphäre für politischen Aktivismus unterbringt. Nicht, weil ich mich zufällig auch für diese Themen interessiere (das auch), sondern weil sie zeigt, dass Privatsphäre etwas ganz anderes ist als verpixelte oder unverpixelte Bilder von Häusern, und dass das kein albernes Witzthema ist, sondern ein wesentliches gesellschaftliches Problem mit unbeantworteten Fragen.

Die Theorie bleibt nicht im Elfenbeinturm, sondern hat einen Bezug zur Realität.

Eine Seda Gürses wiegt 20 Jarvis-Rhetorik-Brecheisen auf.

Ihre eigene Ankündigung:

The objective of the session is to provide a critical overview of „privacy research“ within computer science. The mechanisms proposed in the last ten year include mechanisms for anonymous communications, censorship resistance, selective disclosure credentials (and their integration in identity management systems), as well as privacy in databases. All of these system are meant to shield the user from different aspects of on-line surveillance either through allowing a user to keep some of her data „confidential“ or by allowing her to assert „control“ over her data. We will illustrate using concrete examples, why some paradigms came to dominate the field, their advantages, but also their blind spots, and unfulfilled promises given the conditions of our surveillance societies.

In this talk, we explore the development of contemporary privacy technologies, its key results and methodologies. At its heart our argument is that the field of privacy technology was seeded by computer security and cryptography experts that rushed to apply their tools to new problems, yielding mixed results. Additional pressures from different stakeholders to devise technology that will make large IT systems acceptable to the public has led to further confusion about the goals and methods most appropriate to embed privacy friendly values into computer systems. Further, the recent trend has been to replace the confidentiality paradigm with what can be called the „control“ paradigm. Using concrete examples, we seek to explain why some paradigms came to dominate the field, their advantages, but also their blind spots, and unfulfilled promises.

Since 2000 there has been a renewed interest amongst computer scientists in the field of ”privacy technology”. This includes mechanisms for “anonymous” communications, censorship resistance, selective disclosure credentials, as well as privacy in databases – all of which are meant to shield the user from some aspects of on-line surveillance. Beyond the lab, some of those systems have been deployed and are widely used today.

Yet, the type of surveillance against which privacy technologies are supposed to offer protection is often ill-defined, and widely varying between works: from an individual who wishes “to hide an occasional purchase from his spouse”, to “groups coordinating political dissent under totalitarian regimes”. While privacy is seen as the key unifying theme of these works only one aspect of it is systematically represented, namely ”confidentiality”. Privacy as self-definition, informational self-determination or as a public good that needs to be negotiated is often neglected. Further, the increasing omni-presence of surveillance technologies, the informatisation of every day life, as well as active resistance to on-line surveillance are used as justifying departure points for privacy technologies but they have so far not been explored in depth in the privacy research field.

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https://annalist.noblogs.org/post/2011/01/18/seda-gurses-uber-privatsphare-datenschutz-uberwachung/feed/ 6
Neulich bei Twitter: Post-Privacy oder was man dafür hält https://annalist.noblogs.org/post/2010/11/07/neulich-bei-twitter-post-privacy-oder-was-man-dafur-halt/ https://annalist.noblogs.org/post/2010/11/07/neulich-bei-twitter-post-privacy-oder-was-man-dafur-halt/#comments Sun, 07 Nov 2010 04:03:44 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=1117 Weiterlesen ]]>

©Ahoi Polloi. Danke!

Durch das Netz und zunehmend auch jenseits davon geistert seit einer Weile die Idee der „Post-Privacy“, oder „Nach der Privatsphäre“. Einige glauben, dass wir das Bedürfnis nach Privatsphäre überwinden müssten, weil das letztlich besser für uns sei. Und sowieso auch gar nicht zu ändern, dass es so kommen wird. Ich bin anderer Meinung.

Aus mir weitgehend rätselhaften Gründen kulminiert die Debatte immer wieder am Beispiel Google Street View, obwohl sich das dazu nicht besonders gut eignet. Aber ist natürlich sehr schön plakativ. Und weil die Bilder jetzt da sind, gibt es auch gerade wieder Text dazu, z.B. Digitale Zwangsneurosen von Benedikt Köhler/Slow Media, Das ist die Vorstufe zur Zwangsräumung von Don Alphonso /FAZ-Blogs, dazu auch Jeff Jarvis ist verärgert, auch Don Alphonso/Rebellmarkt. Jeff Jarvis ist gewissermaßen der Guru dieser Glaubensrichtung. Für einen Glauben halte ich das, seit ein weiterer Verfechter, Christian Heller, mir im Frühjahr bei einer Veranstaltung zum Thema erklärte, dass die ganze Post-Privacy-Theorie nicht für das Hier und Jetzt, sondern quasi als Utopie, für nach der Abschaffung der Herrschaftsverhältnisse, gedacht sei.

Am Abend des 26. Oktober entspann sich bei Twitter dazu eine längere Diskussion, was an sich schon ungewöhnlich ist – sowohl für Twitter (wegen der max. 140 Zeichen) als auch für das Thema. Meist wird über- statt miteinander geredet. Es gab von mehreren Leuten die Bitte, dies der Nachwelt zugänglich zu machen – bitte sehr:

(Einige Erklärungen, wie das zu lesen ist, stehen unten)

  1. mspro
    ist ein „recht auf anonymität“ ein recht auf identitätskontrolle und damit auf „informationelle selbstbestimmung“? /cc @plomlompom
  2. annnalist
    Die Post-Privatisten haben den Unterschied zwischen technisch möglich und real umgesetzt nicht verstanden
  3. mspro
    @annnalist es gibt da noch dieses „technisch nicht aufzuhalten“.
  4. annnalist
    @mspro Das erinnert mich alles an ‚Verschlüsseln ist nicht sicher. Wenn genug Rechner aneinandergehängt werden, ist es zu knacken‘
  5. annnalist
    @mspro Praktisch findet das aber nicht statt
  6. mspro
    @annnalist es geht nicht um verschlüsselung sondern um menschen. wenn sich dein nachbar transparent macht, wirst du auch mal ins bild laufen
  7. annnalist
    @mspro Ich weiß, dass es nicht um Verschlüsselung geht. Ich rede von abstraktem Technik-Fetischismus ohne Realitäts-Rückbindung
  8. mspro
    @annnalist ich finde, dass der kontrollverlust durchaus sehr beobbachtbar in der realität stattfindet. noch vereinzelt aber tendenz steigend
  9. annnalist
    @mspro Was aber kein Grund ist, allen einreden zu wollen, sie sollten lieber gleich die gesamte Kontrolle abgeben
  10. annnalist
    ..weil es das beste für sie wäre
  11. mspro
    @annnalist würde ich nicht tun. aber schon mal anfangen alternative lebensmodelle zu erdenken, halte ich für richtig
  12. KiGaNa
    @mspro @annnalist Mir fällt da diese Studie ein, wo durch Netzkontakte die Wahrscheinlichkeit berechnet werden konnte, ob du schwul bist.
  13. mspro
    @KiGaNa in der tat, ein gutes beispiel.
  14. annnalist
    @mspro Ich habe mich nach totalem Verlust der Privatsphäre an ein ganz neues Lebensmodell gewöhnt. Ich weiß, was Post-Privacy ist.
  15. mspro
    @annnalist das weiß ich und will das nicht kleinreden. aber transparenz ist noch etwas anderes, als überwachung in sachen druck und macht.
  16. annnalist
    @mspro Na da bin ich aber gespannt, wie das Phänomen Rasterfahndung / Peer Pressure in das Modell eingebaut wird.
  17. annnalist
    ..also das Herausstechen aus der Masse der Lemminge und der Gruppenzwang, mitzumachen.
  18. ihdl
    @annnalist ich setz 2 euro drauf, dass @mspro gleich fragt, ob rasterfahndung eigentlich nur wegen zu ungenauer filter schlecht ist 😉
  19. mspro
    @annnalist man kann argumentieren, dass rasterfahndung nur deswegen ungerecht ist, weil sie zu wenig/die falschen daten verwenden.
  20. annnalist
    @ihdl bingo 🙂
  21. mspro
    @ihdl ich hatte den tweet schon getippt, aber jetzt gönn ich dir die 2 euro nicht. #pff
  22. annnalist
    @mspro oder dass sie gefährlich ist u.a. weil sie die rausfiltert, die anders sind als die Masse
  23. mspro
    @annnalist das kann man zweiseitig sehen. wenn andersheit exponiert ist, ist der druck zu toleranz auch größer.
  24. annnalist
    @mspro Wie wir gerade an diversen exponierten Minderheiten hervorragend beobachten dürfen. Mir würden zb Roma einfallen
  25. annnalist
    Exponierte Feministinnen auch. Bei Bloggern, oder den Piraten. Läuft super.
  26. Schlipsnerd
    @mspro @annnalist und wo kommt der Druck zur Toleranz her.. das sehe ich (noch) nicht.
  27. mspro
    @annnalist würde gerne trennen zwischen ungelösten gesellschaftl. problemen und datenschutz. das eine darf nicht fassade des anderen sein.
  28. annnalist
    @mspro Exakt. Da würde ich mal zustimmen. Nur weil die Gesellschaft falsch ist, wird die nicht passende Theorie nicht besser.
  29. mspro
    @annnalist datenschutz ist oft die fassade einer gesellschaftlich nicht gelebten toleranz weil andersheit ins private weggeschlossen wird
  30. annnalist
    @mspro Die Gesellschaft wird aber nicht toleranter durch das Gerede, dass sie das werden sollte und das Exponieren der Nicht-Privilegierten
  31. mspro
    @annnalist (davon mal abgesehen, dass die nichtpriveligierten eh kaum datenschutz haben & sich auch kaum jemand dafür einsetzt)
  32. annnalist
    Ich werde anfangen darüber nachzudenken, wenn nicht nur 1a-Privilegierte das propagieren -> weiterlesen bei Herrn Welding
  33. ihdl
    @mspro „huch! ich bin ja privilegiert! wie ist denn das an mich gekommen? schnell umverteilen, husch husch“
  34. annnalist
    @ihdl :))
  35. johl
    @annnalist Privilegierte bekommen mehr Datenschutz zugesprochen als Flüchtlinge oder Erwerbslose. Machtfrei ist der Diskurs eh nicht.
  36. annnalist
    @johl Das ist mir bekannt. Und deswegen gefällt mir die Idee nicht, totale Datenschutzfreiheit für alle zu propagieren
  37. antjeschrupp
    @annnalist – die Privilegierten, das sind zum Beispiel wir!
  38. benni_b
    @annnalist dass es Privilegierte sind, die post-privacy bewusst praktizieren, könnte man wohlwollend vlt. als Solidarität interpretieren?
  39. annnalist
    @benni_b Hübsche Idee. Meinst du, das ist so gemeint? Ob die dann auch ihre Steuererklärung veröffentlichen?
  40. annnalist
    @antjeschrupp Und wer ist wir?
  41. antjeschrupp
    @annnalist Hihi, Du und ich?
  42. antjeschrupp
    @annnalist Aber im Ernst, wir, die wir nicht arm, nicht Roma und keine Kinder mehr sind. Und schon ein bischen Übung mit all dem haben.
  43. annnalist
    @antjeschrupp Ich zb bin ja fast allen hier insofern total privilegiert gegenüber, weil ich schon weiß, wie das ist. So ganz transparent.
  44. antjeschrupp
    @annnalist Ich bin ja keine Anhängerin von Post-Privacy, von daher bin ich eher auf deiner Seite.
  45. mspro
    @annnalist wenn du genau hinschaust, wirst du die machtverhältnisse anhand des datenschutzes entlang verfolgen können:
  46. mspro
    @annnalist elenaproteste für die einen, bankgeheimnis für die reichsten, unwidersprochener nackichmachen für harz4empfänger
  47. annnalist
    @mspro Und dann wissen wir auch, warum einige den dringender brauchen als andere, den Datenschutz
  48. annnalist
    @mspro Und deswegen jetzt Hartz-IV-nackig für alle? Ich denke da etwas differenzierter: Ich hätte es gern nur für die Schweizer Konten
  49. benni_b
    @annnalist das müsste dann wohl die minimalforderung sein, ja. Siehe Norwegen.
  50. antjeschrupp
    @annnalist @mspro @benni_b – Ich halte es nämlich für unmöglich, dass alle Daten verfügbar gemacht werden. Die Frage ist, wo die Grenze
  51. mspro
    @antjeschrupp halte ich auch nicht für möglich. aber auch nicht, die grenze zu zeihen.
  52. mspro
    @annnalist der kontrollverlust ist egalitär. er schafft somit zwar nicht gerechtigkeit, ist aber gerechter, als das was wir jetzt haben.
  53. jjoeris
    @mspro egalitär wird es nur dann, wenn jeder auch die power hat, die daten zu verstehen, die möglichkeit hat, aus Erz ein messer zu machen
  54. jjoeris
    @mspro und messer kann man zum gemüseschnibbeln verwenden, oder zum töteten
  55. mspro
    @jjoeris lass uns lieber eine welt bauen, in der daten nicht töten, möglichst nicht mal verletzten können.
  56. jjoeris
    @mspro wenn wir Datenschutz abschaffen, dann geht die Macht an die Datenversteher über. Die mögen dann hehre Ziele haben, oder halt nicht.
  57. mspro
    @jjoeris in der tat. das ist so. wir sollten alle möglichst schnell datenversteher werden.
  58. annnalist
    @mspro Das halte ich für eine sehr ideologische Utopie. Weil wir keine Machtverhältnisse wollen, gibt’s auch keine?
  59. mspro
    @annnalist es wird machtverhältnisse weiter geben. aber egal wie mächtig du bist, du hast die informationen nicht mehr unter kontrolle
  60. jjoeris
    @mspro D.h. die gut ausgebildeten werden immer noch über die weniger gebildeten herrschen können
  61. johl
    @annnalist Es ist ein Abwägen zwischen dem Fortschritt durch mehr Datenschutz und mehr Öffentlichkeit. Wikileaks ist ja auch „post-privacy“.
  62. annnalist
    @johl Ich bin sehr für Post-Privacy bei denen, die ‚Macht haben‘. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass es darum bei der Debatte geht.
  63. mspro
    @annnalist es gibt auf dauer keine semipermeable transparenz.
  64. jjoeris
    @mspro dann geht die Gewalt eben vom pull und nicht mehr vom push aus. Dann unterdrückt halt der beste Dataminer.
  65. mspro
    @jjoeris unterdrücken kann er dich nur, wenn er die infos gegen dich verwenden kann.
  66. jjoeris
    @mspro bei totaler Transparenz wird sich immer etwas finden lassen, wenn man nur will. In so einer Welt muss man ungestraft Fehler machen
  67. jjoeris
    @mspro dürfen. Überhaupt muss man fehler machen dürfen. Sonst kein Fortschritt, keine Anpassung, keine Evolution
  68. mspro
    @jjoeris eine solche welt war schon immer wünschenswert, bald wird sie nötig.
  69. mspro
    ich glaube nicht, dass eine grenzziehung zwischen transparenten & datengeschützten möglich ist. und wenn doch, rate mal wer wo landen würde.
  70. antjeschrupp
    @mspro Ja, die Herausforderung besteht aber darin, sich dem Unmöglichen zu stellen und nicht davor zu kapitulieren 🙂
  71. annnalist
    @mspro Das ist ungefähr so, als sagtest Du: Im Kommunismus sind alle gleich.
  72. jjoeris
    @annnalist Das ist dann Datenkapitalismus. Wer die meiste Auswertepower hat, hat auch die Macht.
  73. jjoeris
    @mspro @korbinian da sehe ich auch das Problem bei dem Kotrollverlust. Es wird so getan, als ob es sich um Naturgewalten handelt
  74. mspro
    @annnalist es ist eher so wie bitte schunkeln sie jetzt, aber nur jeder zweite.
  75. annnalist
    Was den Rest angeht: Ich habe den Eindruck, wir haben hier die Grenzen des Möglichen in 140 Zeichen erreicht.
  76. annnalist
    @mspro Oder wie: Chancengleichheit ist, wenn alle gleich schnell rennen dürfen. Da gab es mal einen Cartoon, als ich noch zur Schule ging..
  77. mspro
    @annnalist @plomlompom meinte mal, dass die priveligierten gehalten sind, die toleranzgrenzen der gesellschaft zu erweitern.
  78. annnalist
    @mspro Das ist ein Witz, oder?
  79. korbinian
    @annnalist wer soll sie sonst erweitern?
  80. mspro
    @annnalist finde ich recht schlüssig. wer wenn nicht wir?
  81. korbinian
    @annnalist das können nur die die wenig zu verlieren haben.
  82. annnalist
    Ich kann dem nichts abgewinnen, dass die, die mehr Möglichkeiten haben, die Standards für die anderen setzen.
  83. annnalist
    Ich halte mehr von: die Langsamsten bestimmen das Tempo
  84. korbinian
    @annnalist ds gegenteil is aber genauso falsch
  85. antjeschrupp
    @korbinian :))
  86. antjeschrupp
    @annnalist Dann müsstest du aber erklären, woher du deinen Optimismus nimmst.
  87. annnalist
    @antjeschrupp Welcher Optimismus?
  88. antjeschrupp
    @annnalist Na, dass es möglich sein könnte, die Langsameren das Tempo bestimmen zu lassen.
  89. annnalist
    @antjeschrupp Oh, und den hast du nicht mehr, den Optimismus, dass es möglich sein muss, gegen Ungerechtigkeit vorzugehen?
  90. antjeschrupp
    @annnalist Aber doch! Wir streiten uns doch nur über das wie. Und über das wer.
  91. annnalist
    @antjeschrupp beruhigend
  92. mspro
    @annnalist der fortschritt bestimmt das tempo. man darf die langsamen nicht ins offene messer rennen (oder schleichen) lassen.
  93. korbinian
    @mspro fortschritt? was soll das denn sein? magst du kurz definieren?
  94. annnalist
    Hurra, das ist der Satz des Abends :).“Der Fortschritt bestimt das Tempo“. All said.
  95. korbinian
    @mspro der entsteht ja nicht einfach so. der muss ja von menschen erbracht werden. oder siehst du das alles determiniert?
  96. korbinian
    gerechtigkeit, sinn, solidarität – das sind alles so schwammige begriffe mit denen ich überhaupt nix anfangen kann.
  97. annnalist
    RT @korbinian: gerechtigkeit, sinn, solidarität – das sind alles so schwammige begriffe mit denen ich überhaupt nix anfangen kann.
  98. korbinian
    @annnalist retweetest du das jetzt um mir zuzustimmen oder um mich lächerlich zu machen?
  99. annnalist
    @korbinian Weil ich das tatsächlich total komisch finde
  100. korbinian
    @annnalist ich hoffe du meinst das gute „komisch“
  101. korbinian
    @mspro ich glaube sowieso nicht an erfindungen. das konzept erfindung ist eine menschliche erfindung!
  102. korbinian
    @mspro glaubst du dass die regeln der evolution dann zwangsläufig zu bestimmten ergebnissen in abgestecken universen führen?
  103. jjoeris
    Was der Politik ihr „Alternativlos“ ist , ist den Post- Privatisten der Kontrollverlust. Reaktion statt Aktion
  104. jjoeris
    @mspro Eine Formel, die retrospektiv etwas beschreibt, ist doch wohl etwas anderes, als ein optimiertes Rechenwerkzeug
  105. antjeschrupp
    findet, dass @mspro und @annnalist ihr Streitgespräch dann mal ordentlich bloggen sollten. Außerdem: was @benni_b grade sagt.

Vielen Dank für die Hilfe beim Zusammenstellen an Kai Werthwein (schlipsnerd)! Beteiligt waren neben Michael Seemann (mspro) und mir noch Antje Schrupp (antjeschrupp), Benni Bärmann (benni_b), Kathrin Ganz (ihdl), Jens Ohlig (johl), Korbinian Polk (korbinian) und Julian Jöris (jjoeris)

Lesehilfe für Twitter-Ungeübte: wenn da steht

  1. sonnenschein
    @regenwolke Der Himmel wird blau, sagt @wetterfrosch

dann heißt das, das jemand mit dem Twitter-Namen (=Nick) „Sonnenschein“ jemand anderem namens „Regenwolke“ mitteilt, dass „Wetterfrosch“ gesagt hat, dass der Himmel jetzt blau wird.

Die Tweets (=einzelne Meldungen bei Twitter) erscheinen nach bestem Wissen und Gewissen chronologisch. Es ist quasi unmöglich, die korrekte Reihenfolge nach 10 Tagen zu rekonstruieren, außerdem twittern ja in der Regel eh alle durcheinander. Ich habe versucht, sich direkt aufeinander beziehende Tweets auch direkt untereinander zu schreiben. Bitte meldet Euch, wenn was fehlt oder falsch einsortiert ist. Es ist ja auch gut möglich, dass noch andere Leute beteiligt waren, die in meiner und des @schlipsnerd‘ Timeline nicht auftauchten. Damit die Änderungswünsche leichter beschrieben werden können, ist alles durchnummeriert.

Frohes Weiterdiskutieren!

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https://annalist.noblogs.org/post/2010/11/07/neulich-bei-twitter-post-privacy-oder-was-man-dafur-halt/feed/ 22
Sicherheitsknoten https://annalist.noblogs.org/post/2007/10/03/sicherheitsknoten/ https://annalist.noblogs.org/post/2007/10/03/sicherheitsknoten/#comments Tue, 02 Oct 2007 22:30:25 +0000 http://annalist.noblogs.autistici.org/post/2007/10/03/sicherheitsknoten/ Weiterlesen ]]> Ich telefoniere ab und zu mit dem BKA. Bzw. eigentlich telefoniere ich immer mit dem BKA, weil immer, wenn ich telefoniere, das BKA zuhört. Damit das niemand falsch versteht, weil ja in dieser Frage anscheinend alle immer alles falsch verstehen: ich rede nicht mit dem BKA. Es lässt sich bloss nicht vermeiden, dass sie zuhören. Und damit das jetzt das BKA nicht falsch versteht: ich versuche das nicht aktiv zu vermeiden. Laut Akten ist ja jeder Versuch, das zu vermeiden, ‘konspiratives Verhalten’ und damit zumindest bei Andrej quasi der direkte Hinweis darauf, dass gerade Anschläge geplant, durchgeführt oder wenigstens schriftlich bekannt (von: bekennen) werden. Oder vorbereitet wird, dass geplant, durchgeführt oder bekannt wird. Insofern werde ich also einen Teufel tun, mich in irgendeiner Weise konspirativ zu verhalten, was im übrigen bei derart umfassenden Überwachungsmaßnahmen ja auch gar nicht so einfach ist. Stimmt nicht ganz, ich benutze weiter GPG. Nicht ganz konsequent, aber andererseits bin ich ja auch gar nicht beschuldigt und eigentlich habe ich laut Grundgesetz und BVG ja auch ein gewisses Recht auf Privatsphäre.

Was mich daran erinnert, dass ich kürzlich in einem Telefonat versehentlich die Formulierung gebraucht habe “dann denken sie bestimmt gleich wieder, dass wir sofort irgendwelche Anschläge vorbereiten”, wobei ja meines Wissens niemand davon ausgeht, dass ich Anschläge vorbereite, und ich mir dann innerlich auf die Zunge biss, weil ja zu befürchten steht, dass das BKA samt BAW jetzt vielleicht denken, dass ich Anschläge vorbereiten wollen könnte. Was nicht so ist, (Hallo BKA, nochmal zum Mitschreiben: ich bereite keine Anschläge vor), aber vielleicht wird interpretiert, dass ich mich so sehr mit dem ganzen politisch-repressiven Schlamassel identifiziere, dass ich auch dazu gehöre? Dabei ist es lediglich so, dass ich von der Überwachung eben mitbetroffen bin und das alles insofern auch ziemlich persönlich nehme. Darüber, wie es sich auswirkt, schriftlich zu haben, dass alle Telefonate mitgehört werden, liesse sich auch einiges schreiben, vielleicht später.

Zurück zu den Telefonaten heute, die nahmen ziemlich absurde Züge  an: Andrejs Handy ‘ging nicht’ – das kommt öfter mal vor und ist soweit noch kein Problem außer vielleicht, weil die Anwältin, sagt, dass es auf jeden Fall immer an bleiben soll, um den Eindruck zu vermeiden.. siehe oben. Er ruft sich selbst von einem Festnetztelefon an, und erreicht statt seines Handys meine Mailbox. Er ruft daraufhin mich vom selben Festnetztelefon an mit der Bitte, sein Handy anzurufen, was ich auch mache. Und erreiche meine eigene Mailbox, mit der Aufforderung, meine Mailbox-PIN einzugeben, was sonst nur geschieht, wenn ich sie von einem anderen Telefon als meinem Handy anrufe. Passiert sowas, weil verschiedene Behörden gleichzeitig mithören, oder weil die Schaltungen durcheinander geraten sind? Gibt es Kommunikationstechnik-Azubis, die an uns üben?

Außerdem kommen unsere E-Mails teilweise nicht an. Nachweislich, mehrmals überprüft. Es ist mir ein Rätsel, wie das überhaupt passieren kann, aber es passiert.

Ein schönes Beispiel dafür ist Andrejs Versuch gestern abend, sich auf einer so36.net-Mailingliste einzuschreiben: auf seine -subscribe-Mails kam null Reaktion. Daraufhin habe ich als Listenadministratorin das Gleiche versucht, gestern nacht um 22:56, bis heute 21:28 ebenfalls: nichts. Er stand nachweislich nicht auf der Subscriber-Liste. Heute abend scheinen sich die IT-ExpertInnen des BKA&Co. soweit sortiert zu haben, dass wieder Mails durchkommen; inzwischen ist er subskribiert.


Vor fast genau zwei Monaten brach das Berliner LKA morgens um sieben in unsere Wohnung ein, schmiss meinen Liebsten auf den Boden, stürmte unser Schlafzimmer und die Zimmer unserer Kinder mit gezogenen Waffen und seitdem steht unser Leben Kopf. Ich kann nicht sagen, dass ich mich daran gewöhnt hätte, insbesondere, weil weiterhin die Behörden alles tun, keine Normalität aufkommen zu lassen (das ist ja vielleicht auch Sinn der Sache). Deswegen und weil ich nicht mehr ganz so fassungslos bin wie am Anfang, habe ich beschlossen, den alltäglichen Wahnsinn zu dokumentieren. Mehr dazu bei einstellung.so36.net.

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