Soziale Netzwerke – annalist https://annalist.noblogs.org Innenansichten Sun, 15 Jan 2012 14:20:44 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Nichts zu verbergen? – Ermittlungen in Sozialen Netzwerken https://annalist.noblogs.org/post/2012/01/15/nichts-zu-verbergen-ermittlungen-in-sozialen-netzwerken/ https://annalist.noblogs.org/post/2012/01/15/nichts-zu-verbergen-ermittlungen-in-sozialen-netzwerken/#comments Sun, 15 Jan 2012 14:20:44 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=2290 Weiterlesen ]]> Nicht, dass das niemand geahnt hätte, aber es ist ja auch immer wieder schön, schwarz auf weiß nachzulesen, dass und vor allem wie in Sozialen Netzwerken ermittelt wird. Wenn wir davon ausgehen, dass es die Aufteilung in ‚echte‘ und ‚virtuelle‘ Welt (bald) keinen Sinn mehr macht, müssen wir uns auch wenig wundern.

Die USA machen es vor und wenn das BKA nicht schon Tagungen dazu veranstaltet hat, fresse ich den bekannten Besen.

Bei Futurezone und Heise gab es Freitag Artikel zur Klage der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation EPIC gegen Homeland Security (DHS), das amerikanische „Heimatschutz“-Ministerium. EPIC hatte DHS im April 2011 augefordert, Informationen über sein Program zur Überwachung Sozialer Netzerke zu veröffentlichen. Nach dem US-amerikanischen Freedom-of-Information-Act (FOIA) (Informationsfreiheitsgesetz) ist das DHS verpflichtet, die Informationen herauszugeben. Weil das nicht geschah, wird jetzt geklagt. Die Klage kann bei Cryptome eingesehen werden (pdf). Ebenfalls bei Cryptome eine Übersicht zur Aktualisierung der Aktivitäten des DHS DHS Updates Social Media Monitoring.

Wer wird regulär überprüft?

Neben Facebook, Twitter, MySpace, YouTube und Flickr finden sich unter anderem auch WikiLeaks und Cryptome auf der geheimen Liste des US-Heimatschutzministeriums, die Anfang Jänner 2012 unter anderem von Cryptome (PDF) veröffentlicht wurde. Die Liste, die vor über einem Jahr erstellt wurde, beinhaltet auch diverse Nachrichten-Websites wie Global Voice oder die Huffington Post, weitere Video-Dienste wie Hulu, sowie Blogs, Karten- und Fotodienste. (Futurezone)

Was fehlt sind Informationen darüber, wie in den Netzwerken ermittelt wird. Es gibt eine Liste von Schlagworten, darunter „Body Scanner“, „Cops“, „Exercise“, „Homeland Security“, „North Korea“, „Telecommunications“, „Border“, „Terror“, „Social Media“, „Rootkit“, „Keylogger“ und und und.

Die Menschen, die diese (insgesamt 365) Schlagwörter benutzen, werden genauer durchleuchtet und deren Informationen werden für bis zu fünf Jahre gespeichert. Sämtliche Informationen können zudem mit anderen Regierungseinrichtungen jederzeit geteilt werden. (Futurezone)

Klar (und wenig überraschend) ist, dass Beamte mit falschen Identitäten in den Netzwerken recherchieren.

Laut EPIC soll das NOC zur Überwachung von Facebook-Accounts auch falsche Nutzerprofile anlegen, mit denen es Personen eine Freundschaftsanfrage schickt und auf diesem Weg auch zu privaten Daten der Nutzer kommt. Auch andere US-Bürgerrechtsorganisationen warnten daher bereits davor, unbekannte Personen auf Facebook als Freunde zu akzeptieren.

Laut dem früheren FBI-Agenten Brad Garrett müsse das NOC solche Methoden gar nicht anwenden. „Menschen geben heutzutage viele ihrer Gedanken und Gefühle zu verschiedenen Themen von sich preis. Das ist immer wieder erstaunlich, wie viel man davon öffentlich zugänglich online findet. Es ist aber ein falsches Gefühl der Sicherheit, wenn jemand glaubt, dass er anonym ist, nur weil er vor einem Computerbildschirm sitzt“, so Garrett.

Und das ist ein Problem weil..

„Wenn die Regierung jedes Wort, das man von sich gibt, beobachtet, wird man ab einem gewissen Punkt aufhören, über gewisse Dinge zu sprechen“, so Amie Stepanovich von EPIC. (Futurezone)

Schon letzten Herbst schlug die Nachricht Wellen, dass der CIA in den Netzwerken recherchiert:

http://www.youtube.com/watch?v=ShQPF-KywXs

Die deutsche Polizei braucht immer ein bisschen länger, was wir ihr nicht vorwerfen wollen, aber .. Polizei erwägt bundesweite Facebook-Fahndung.

Um das Gruselkabinett abzurunden, hier die Aufnahme einer Radiosendung vom 10.1. mit Lori Andrews (Jura-Professorin und Autorin des gleichnamigen Buchs) , Marc Rotenberg (EPIC) und Jeff Jarvis (Jeff Jarvis) über das neverending Netz-Lieblingsthema „Ich habe nichts zu verbergen“:

„I Know Who You Are and I Saw What You Did: Social Networks and the Death of Privacy“
(Die Moderatorin spricht sehr langsam, das klingt am Anfang ungewöhnlich, ist aber kein Fehler der Aufnahme)

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Seda Gürses über Datenschutz im Medienradio https://annalist.noblogs.org/post/2011/11/13/seda-gurses-uber-datenschutz-im-medienradio/ Sun, 13 Nov 2011 00:12:46 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=2101 Weiterlesen ]]> Ich glaube, ich sagte schon, dass ich großer Fan von Seda Gürses bin?

Philip Banse hat sich zwei Stunden mit ihr für das Medienradio über Datenschutz unterhalten. Über die Europäische Datenschutzrichtlinie, das Google-Institut, Missverständnisse, die entstehen, wenn JuristInnen und InformatikerInnen über Datenschutz reden, warum alte Vorstellungen von Datenschutz heute sinnlos sind, aber auch über Open Data und Open Government. Und was Datenschutz heute sein könnte und müsste, der den Stand der Technik berücksichtigt.

Niemand sollte mehr über Datenschutz, und Privatsphäre, und Privacy (und den Unterschied zwischen beiden) reden, ohne hier zugehört zu haben.

Zum Embedden ist die Datei zu groß, deswegen:

 

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Visualisierung des 15. Oktober in Rom in den Sozialen Netzwerken https://annalist.noblogs.org/post/2011/10/16/visualisierung-des-15-oktober-in-rom-in-den-sozialen-netzwerken/ https://annalist.noblogs.org/post/2011/10/16/visualisierung-des-15-oktober-in-rom-in-den-sozialen-netzwerken/#comments Sun, 16 Oct 2011 14:35:12 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=2062 Weiterlesen ]]> Rom und die dortigen Aktivitäten zum 15. Oktober spielten in den deutschen Nachrichten nur wegen der Krawalle eine Rolle. Und nicht nur hier, auch in Italien und anderswo. Die Gewaltfrage ist ein nicht endenwollendendes Paradox: Gerade die, die den Nachrichtenwert eines Protests nur danach beurteilen, wie gewalttätig er war, verurteilen die Gewalt am kompromisslosesten. Finde den Fehler.

Es wäre die Frage zu stellen, welche Mitverantwortung also die Medien tragen: Genauso wie im Netz alle Kopfstand machen, um in irgendwelchen Charts vordere Plätze zu belegen oder gar im Print zitiert zu werden, bringt auch der Protest nur Quote, wenn’s brennt.

VersuS hat die Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken Twitter, Facebook und Foursquare während der Krawalle in Rom visualisiert:

In ihrem eigenen Text VersuS – Rome, October 15th, the riots on social networks stellen sie ein paar Fragen, die sich daraus ergeben. Mir kommen die ziemlich hypothetisch vor, weil etwa davon ausgegangen wird, dass eine sinnvolle Auswertung der Sozialen Netzwerke bei Protesten der Polizei behilflich sein könnte, ihrer Aufgabe nachzukommen, sich um Gesundheit und Wohlergehen der Bevölkerung zu kümmern.

These and other topics will be discussed at the Share Festival and at the FabLab Italia during the first week of November 2011, where we will present the “VersuS” project.

VersuS is a spin-off of the ConnectiCity project, and is intended to create tools that enable us to imagine, design and create new tools for the city.

 

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Soziale Netzwerke beim c’t Online Talk https://annalist.noblogs.org/post/2011/07/17/soziale-netzwerke-beim-ct-online-talk/ https://annalist.noblogs.org/post/2011/07/17/soziale-netzwerke-beim-ct-online-talk/#comments Sun, 17 Jul 2011 17:25:38 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=1855 Weiterlesen ]]> Beim c’t Online Talk gestern ging es um Soziale Netzwerke. Ganz allgemein. In der Ankündigung hieß es noch optimistisch

Ob Google+ nun die bessere Alternative im Social Networking ist, lassen wir für den c’t-Onlinetalk auf DRadio Wissen (Samstag, 16.7., 11 Uhr) erst einmal dahin gestellt.

Eigens zur Sendung wurde übrigens, erfuhr ich aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, die c’t Radio-Seite eingerichtet: http://www.heise.de/ct/radio/!

Und worüber haben wir geredet, gefühlt bestimmt die Hälfte der Zeit? Genau. Mit drei ausgemachten Fans des neuen Hypes hatte ich also Gelegenheit, mich eine Stunde zu unterhalten: Jürgen Kuri, stellvertretender c’t Chefredakteur, hat moderiert, außerdem Don Dahlmann und mspro, manchen auch bekannt als Michael Seemann.

Update: Es war ein sehr nettes Gespräch, und ich bin mir mit den dreien hoffentlich einig, dass wir das gern bei Gelegenheit fortsetzen sollten – ich hoffe, dass ich hier keinen gegenteiligen Eindruck vermittelt habe.

Bei DRadio Wissen, hier zum Nachhören. Auch als mp3, leider gerade nicht als Player zum Anklicken, weil mein Urlaubs-UMTS den Upload nicht hergibt. Später.

Bei GooglePlus ist die Peer-Pressure, da mitzumachen, fast ins Unendliche gestiegen – gibt es eigentlich außer mir noch mehr Leute, die die Aussicht, alle Informationen über sich gebündelt bei Google zu hinterlegen, ausreichend unangenehm finden, um es erstmal zu beobachten?

Fast schon erleichternd fand ich die Frage (bei Facebook!) von Marc Rotenberg, Präsident des EPIC (Electronic Privacy Information Center):

Ok. So here is the dilemma: lots of invitations from friends to join Google+ but a serious objection (mine) to establishing a Google Account because that links together a lot of otherwise disparate Internet activity (not very „circley“ ;-> ). Any thoughts?

Und darauf 58 Antworten bekam, große Mehrzahl skeptisch bis ablehnend.

Nach dem ersten Gehechel hierzulande gibt es inzwischen eine Diskussion, weil Google – wie schon öfter – nach enthusiastischem Auftakt einen großen Fettnapf erwischt hat: Plus-Accounts dürfen keine falschen Namen haben. Oder müssen jedenfalls halbwegs überzeugend wirkende Vor- und Nachnamen haben. Resultat: ein Sturm im Wasserglas. Sascha Lobo hat pro Pseudonyme kommentiert, empfehlenswert ist auch Anonymität von Jens Scholz (schon älter).

Es ging natürlich auch noch um andere Themen: Bedeutung der Netzwerke an sich, ausgiebig um (den Schutz der) Privatsphäre, und die Polizei.

Dabei bin ich auf eine Frage gekommen, zu der ich gern mal Meinungen von JuristInnen lesen würde:

Die Sozialen Netzwerke werden von (privaten) Unternehmen betrieben. In der Regel unterschreiben wir beim Anlegen des Accounts, dass wir die Rechte an unseren Inhalten mehr oder weniger komplett an die Betreiber abgeben. Damit wären unsere Daten deren Eigentum.

Wie gerade beschrieben, nutzen Polizeien gern und zunehmend Informationen aus Sozialen Netzwerken, primär solche, die öffentlich einsehbar sind. Nur: sind die Informationen/Daten, die ich so einer Plattform ‚übergebe‘, tatsächlich öffentlich? Oder nicht eigentlich eher privat, weil Eigentum von Facebook oder wem auch immer? Dürfen die das so ohne weiteres?

Natürlich machen sie es sowieso, das ist gar keine Frage.

Letzte Frage für heute: Teilt Ihr die im Online-Talk mehrheitlich vertretene Ansicht, dass wir alle früher oder später nur noch GooglePlus benutzen werden, oder kennt Ihr Netzwerke – etwa für Spezialinteressen, mit besonderem Datenschutz-Fokus, … – , die Ihr für überlebensfähig haltet? Welche?

Ich finde ja beispielsweise Lorea sehr sympathisch. Sicher nicht für alle, aber in/um Spanien und da bei den Sozialen Bewegungen soll es sich einiger Beliebtheit erfreuen: “Reclaim the Networks: Technological Sovereignty for Social Networks”. Dazu gehört auch n-1.cc, mit über 22.000 Accounts, was ja nicht wenig ist.

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Polizei in Sozialen Netzwerken https://annalist.noblogs.org/post/2011/07/15/polizei-in-sozialen-netzwerken/ https://annalist.noblogs.org/post/2011/07/15/polizei-in-sozialen-netzwerken/#comments Thu, 14 Jul 2011 23:14:30 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=1848 Weiterlesen ]]> Die Polizei benutzt auch Daten aus Sozialen Netzwerken für ihre Ermittlungen. Das ist nicht überraschend, bekanntlich benutzt die Polizei alles für ihre Ermittlungen, gelegentlich auch jenseits der rechtsstaatlichen Grenzen (siehe Sachsen. Oder.. oder..). Überraschend wäre, wenn sie frei zugängliche Informationen nicht nutzten.

Bisher gab es in Deutschland hie und da Hinweise darauf, dass die latent strukturkonservativen Behörden mit so neumodischem Kram noch ihre Schwierigkeiten haben, aber definitiv auch interessiert sind.

Interessanter finde ich die Frage, inwiefern sich Ermittlungen auch auf nicht öffentlich zugängliche Daten aus Sozialen Netzwerken stützen. Darüber war bisher gar nicht bekannt, aber jetzt hat die Bundesregierung eine Kleine Anfrage dazu von Ulla Jelpke (Linke) beantwortet (beantworten müssen).

Mit 13 Seiten ist die Antwort (inkl. Frage) ganz schön lang:

  • BKA, Bundespolizei (BPol) und Zoll nutzen ‚fallbezogen u.a. offen zugängliche Informationen aus sozialen Netzwerken‘. U.a. heißt dann wohl, dass u.a. auch nicht offen zugängliche Informationen benutzt werden?
  • Es gibt keine extra Einheiten oder Personal dafür
  • Neue Erkenntnisse und Entwicklungen in Sozialen Netzwerken werden in der AG KaRIN (BKA, Zoll, 7 LKA) ausgetauscht
  • In den Netzwerken wird verdeckt ermittelt
  • Die Bundesregierung ist – anders als der Bundesdatenschutzbeauftragte – nicht der Meinung, dass die informationelle Selbstbestimmung beeinträchtigt wird
  • Das BKA hat in den letzten 24 Monaten 6 verdeckte Ermittler in Netzwerken eingesetzt
  • Das BKA hat viermal von den Sozialen Netzwerken Informationen aus nicht-öffentlichen Profilen bekommen
  • Die Bundesregierung behauptet, dass BKA, BPol und Zoll keine Data-Mining-Software zur Verarbeitung von Daten aus Sozialen Netzwerken benutzen. Und erläutert, dass für Polizeibehörden des Bundes und Nachrichtendienste bestimmte Vorschriften dabei gelten. Was wohl bedeutet, dass Letztere sehr wohl Data-Mining betreiben.
  • Polizeien wie Nachrichtendienste nutzen Geodaten.
  • Das BKA benutzt Software von rola Security für die Bearbeitung großer Datenmengen
  • Irgendwo in den Tiefen von bundestag.de gibt es einen „Vorschlag zu Leitlinien für die Nutzung ’sozialer Netzwerke‘ durch Strafverfolgungsbehörden und ihre Mitarbeite“ der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft

Sehr schön finde ich noch folgendes Detail:

Frage 6 b): Kann die Bundesregierung mit Sicherheit ausschließen, dass „virtuelle Ermittler“ in der Vergangenheit jemals zu Straftaten aufgerufen oder Texte mit strafbarem Inhalt verfasst oder dateien mit strafbarem Inhalt weitergegeben haben?

Antwort:

Die Preisgabe von Informationen zu konkreten verdeckten Einsätzen bei der Verfolgung von Straftaten im Internet an die Öffentlichkeit würde das schützenswerte Interesse der Bundesrepublik Deutschland an einer wirksamen Bekämpfung … und damit das Staatswohl erheblich beeinträchtigen. … Die Antwort der Bundesregierung auf diese Frage ist daher als „Verschlusssache – Vertraulich“ eingestuft werden (Fehler im Original) (…).

Das Ganze gibt’s auch als PDF-Datei.

Heise schrieb schon: Virtuelle Ermittler in Sozialen Netzen

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Seda Gürses über Privatsphäre, Datenschutz, Überwachung https://annalist.noblogs.org/post/2011/01/18/seda-gurses-uber-privatsphare-datenschutz-uberwachung/ https://annalist.noblogs.org/post/2011/01/18/seda-gurses-uber-privatsphare-datenschutz-uberwachung/#comments Tue, 18 Jan 2011 15:47:28 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=1355 Weiterlesen ]]> A Critical Overview of 10 years of Privacy Enhancing Technologies

Seda Gürses hat beim 27c3 eine knappe Stunde über Privatsphäre, Datenschutz, Überwachung gesprochen. Sie hat einen kritischen Blick auf den Stand der Forschung zu diesen Themen innerhalb der Informatik geworfen, einer meiner Favoriten beim letzten Kongress des CCCs. Sehr dicht und vor allem für Nicht-InformatikerInnen, die sich etwa aus netzpolitischer oder überwachungskritischer Perspektive mit den Themen auseinandersetzen, sehr lehrreich.

Neben der Geschichte der akademischen Auseinandersetzung mit Datenschutz und Privatsphäre beschäftigt sie  sich insbesondere mit Anonymisierung; Fazit: sie funktioniert nicht. Bleibt die Frage: Was dann? Weitere Themen: Ist Identitätsmanagement eine Lösung? Warum fließt soviel Geld in die Forschung dazu? Wer hat daran ein Interesse? Sie schließt mit Empfehungen für ForscherInnen und EntwicklerInnen. Ich hoffe, dass die gehört werden.

Das Paper zum Talk: George Danezis, Seda Gürses: A critical review of 10 years of Privacy Technology (pdf)

Zu sehen ist auch ein unveröffentlichtes Video, das Seda gemeinsam mit Thibault D’Alton  über Anonymizer gemacht hat. Es wird weiter überarbeitet und vielleicht wird es noch dieses Jahr eine endgültige Fassung geben. Hoffe ich!

Was mich an Seda (u.a.) begeistert ist, wie selbstverständlich sie in einem  komplexen Fachvortrag Themen wie Diskriminierung, queere Sexualität, feministische Forschung, die Bedeutung von Privatsphäre für politischen Aktivismus unterbringt. Nicht, weil ich mich zufällig auch für diese Themen interessiere (das auch), sondern weil sie zeigt, dass Privatsphäre etwas ganz anderes ist als verpixelte oder unverpixelte Bilder von Häusern, und dass das kein albernes Witzthema ist, sondern ein wesentliches gesellschaftliches Problem mit unbeantworteten Fragen.

Die Theorie bleibt nicht im Elfenbeinturm, sondern hat einen Bezug zur Realität.

Eine Seda Gürses wiegt 20 Jarvis-Rhetorik-Brecheisen auf.

Ihre eigene Ankündigung:

The objective of the session is to provide a critical overview of „privacy research“ within computer science. The mechanisms proposed in the last ten year include mechanisms for anonymous communications, censorship resistance, selective disclosure credentials (and their integration in identity management systems), as well as privacy in databases. All of these system are meant to shield the user from different aspects of on-line surveillance either through allowing a user to keep some of her data „confidential“ or by allowing her to assert „control“ over her data. We will illustrate using concrete examples, why some paradigms came to dominate the field, their advantages, but also their blind spots, and unfulfilled promises given the conditions of our surveillance societies.

In this talk, we explore the development of contemporary privacy technologies, its key results and methodologies. At its heart our argument is that the field of privacy technology was seeded by computer security and cryptography experts that rushed to apply their tools to new problems, yielding mixed results. Additional pressures from different stakeholders to devise technology that will make large IT systems acceptable to the public has led to further confusion about the goals and methods most appropriate to embed privacy friendly values into computer systems. Further, the recent trend has been to replace the confidentiality paradigm with what can be called the „control“ paradigm. Using concrete examples, we seek to explain why some paradigms came to dominate the field, their advantages, but also their blind spots, and unfulfilled promises.

Since 2000 there has been a renewed interest amongst computer scientists in the field of ”privacy technology”. This includes mechanisms for “anonymous” communications, censorship resistance, selective disclosure credentials, as well as privacy in databases – all of which are meant to shield the user from some aspects of on-line surveillance. Beyond the lab, some of those systems have been deployed and are widely used today.

Yet, the type of surveillance against which privacy technologies are supposed to offer protection is often ill-defined, and widely varying between works: from an individual who wishes “to hide an occasional purchase from his spouse”, to “groups coordinating political dissent under totalitarian regimes”. While privacy is seen as the key unifying theme of these works only one aspect of it is systematically represented, namely ”confidentiality”. Privacy as self-definition, informational self-determination or as a public good that needs to be negotiated is often neglected. Further, the increasing omni-presence of surveillance technologies, the informatisation of every day life, as well as active resistance to on-line surveillance are used as justifying departure points for privacy technologies but they have so far not been explored in depth in the privacy research field.

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Web 2.0 Suicidemachine, Arscenic.tv und iRights.info Donnerstag in Berlin https://annalist.noblogs.org/post/2010/10/21/web-2-0-suicidemachine-arscenic-tv-und-irights-info-donnerstag-in-berlin/ https://annalist.noblogs.org/post/2010/10/21/web-2-0-suicidemachine-arscenic-tv-und-irights-info-donnerstag-in-berlin/#comments Wed, 20 Oct 2010 23:08:08 +0000 http://annalist.noblogs.org/?p=1056 Weiterlesen ]]> Morgen gibt es eine exquisite Veranstaltung in Berlin, die mehr Aufmerksamkeit verdient:

Kunst Apotheke Salon
20-23 Uhr im Alten Finanzamt, Schönstedtstraße 7 im Hof, U7 Rathaus Neukölln

Mit drei Präsentationen zu Web 2.0 Suicidemachine, Arscenic.tv und iRights.info

Der Text dazu:

Kiss or Kill Facebook? 500 million friends, 33 billion business, even Hollywood now wants to cash in with the new release film ‘The Social Network.’
What are we without having our ’faces’ on Facebook?
What have we become when we have more ‘friends’ online than in real life?
Will the hype for social networking tip over?

Today, most social networks are invested by financial conglomerates, what are the consequences of digital citizen’s voluntary disclosure of their private life online?
Will these social networks transform the Big Brother into a banal controlling system?
Are we evolving into a denounced population through these self surveillance tools?
Will total disconnection be the only alternative?

Mit:

Web2.0 Suicidemachine
moddr_ from Rotterdam/Berlin (Danja Vasiliev, Gordan Savicic and Walter Langelaar) are experimentalists and interventionists on the edge of digital life and everyday technology.

Arscenic.tv
Quentin Drouet – meida art curator/Spip program developer – Luxembourg/Berlin

iRights.info
Valie Djordjevic – editor of iRights.info/FACES mailing list coordinator – Berlin

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